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Ranzenaktion Flüchtlingsunterkünfte

Vereinsportrait

Flüchtlingshilfe bleibt wichtig

Der Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V. setzt sich auf vielfältige Weise für die Geflüchteten in der Landeshauptstadt ein. Der Bedarf an Engagement ist auch nach 2015 hoch.

  Konrad Boidol | 30.08.2018

Portrait Grünhagen
Sylvia Grünhagen vom Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover.
Portrait Grünhagen
Sylvia Grünhagen vom Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover.

Momentan leben rund 4200 geflüchtete Menschen (Quelle: uf-hannover.net) in Hannover. Um ihnen zu helfen, sind in der Landeshauptstadt zahlreiche Ehrenamtliche im Einsatz. Viele von ihnen haben sich in Nachbarschaftskreisen organisiert, die im Umfeld der Unterkünfte angesiedelt sind. Über 20 solcher Kreise gibt es derzeit. Leider ist die Zahl der HannoveranerInnen, die sich engagieren möchten, nicht mehr so hoch wie vor einigen Jahren, wie Sylvia Grünhagen berichtet. Sie ist die Leiterin der Geschäftsstelle des Unterstützerkreises Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V. (UFU), der die Ehrenamtlichen vor Ort unterstützt.

Viele Bürger und Bürgerinnen glauben – so ihre Erfahrung – dass nach dem großen Flüchtlingsstrom in den Jahren 2015/16 nun keine Menschen aus Krisenregionen mehr in Hannover ankommen. Ein Irrtum: „Was sich verändert hat: Es kommen nicht mehr so viele auf einmal“, erklärt sie. Oft würden zudem die Geflüchteten vergessen, die seit 2015 in Hannover leben und jetzt beispielsweise bei der Wohnungssuche unterstützt werden müssten. Darüber hinaus, so Grünhagen, wohnen derzeit viele Kinder in den Unterkünften – unter anderem bedingt durch den Familiennachzug. In einer Einrichtung sind derzeit über 70 Minderjährige untergebracht, berichtet sie. Der Bedarf an ehrenamtlicher Hilfe ist demnach weiterhin hoch.

Die Arbeit des Unterstützerkreises

Seit 2013 gibt es den Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte. „Unser Ziel ist es, den Flüchtlingen, die nach Hannover kommen, ihren Start hier zu erleichtern – in allen Bereichen des Lebens“, so Grünhagen. Die Arbeit erfolgt auf mehreren Ebenen. Als Netzwerkstelle steht der UFU in Kontakt mit den Ehrenamtlichen aus den Nachbarschaftskreisen: Ihre Fragen werden beantwortet, Kontakte vermittelt oder Weiterbildungsangebote für die praktischen Tätigkeiten in der Flüchtlingsarbeit organisiert. Der Unterstützerkreis pflegt außerdem gute Kontakte zu den städtischen Akteuren, beispielsweise den IntegrationsmanagerInnen, oder bietet themenbezogene Workshops, AGs und Fortbildungen zu der Arbeit mit Geflüchteten an. Demnächst wird das Thema „Möglichkeiten und Grenzen ehrenamtlicher Arbeit in der Flüchtlingshilfe“ innerhalb einer Weiterbildung bearbeitet. Jede Unterstützung durch den UFU erfolgt allerdings nur bei Bedarf und auf Anfrage – ansonsten agieren die Ehrenamtlichen vor Ort autark. Der Verein ergänzt im Allgemeinen da, wo das staatliche und städtische Angebot nicht ausreicht.

Vergabe von Spenden

Eine weitere Aufgabe, die der Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte übernimmt, ist das Einwerben und Sammeln von Spenden. Wer sich für Flüchtlinge einsetzt, kann über einen Antrag finanzielle Förderungen aus diesen Geldern für Projektideen oder Hilfsaktionen beantragen. Das Angebot wird häufig in Anspruch genommen: „Mindestens ein bis zwei Anträge kommen täglich bei der zweiten Hauptamtlichen UFU-Mitarbeiterin Christine Jochem an – der Bedarf ist auf jeden Fall da“, berichtet die Leiterin der Geschäftsstelle. Der Vorstand entscheidet demokratisch darüber, wofür Gelder bewilligt werden. Eigene Projekte finanziert der Verein ebenfalls über Spenden: Zum Schulanfang verteilte Grünhagen mit ihrem Team beispielsweise 70 Ranzen für die Kinder der Geflüchteten. Aber auch in den Bereichen Sprachförderung und Berufsorientierung organisiert der UFU Angebote.

Schwimmkurse Flüchtlingshilfe
Der Schwimmkurs für Männer.
Schwimmkurse Flüchtlingshilfe
Der Schwimmkurs für Männer.

Erfolgreiche Schwimmkurse

Sehr erfolgreich sind zudem Schwimmkurse für Männer und Kinder, die der Verein ebenfalls durch Spenden ermöglicht. Die Angebote haben es kürzlich sogar über eine Meldung der DPA in die bundesweiten Medien geschafft. Die Anfrage nach den Kursen im Annabad und Fössebad sei immens gewesen, berichtet Grünhagen: Doppelt so viele Interessierte meldeten sich, wie Plätze vorhanden waren. Viele der Geflüchteten haben in ihrer Heimat nicht Schwimmen gelernt und wollen sich diese überlebenswichtige Fähigkeit nun schnell antrainieren. Demnach sind auch die kommenden Kurse im Oktober schon fast voll belegt.

Weitere Infos

Wer sich für die Arbeit des Unterstützerkreises Flüchtlingsunterkünfte interessiert, kann sich auf der Homepage über die verschiedenen Nachbarschaftskreise informieren und Kontakt aufnehmen. Dort werden auch die offenen Vereinstreffen angekündigt, die alle zwei Monate stattfinden und jeweils ein spezifisches Thema behandeln – im August ging es beispielsweise um „Gewaltprävention für Flüchtlinge“.

Fotos:

Titelbild und Foto vom Schwimmkurs: UFU

Portrait von Sylvia Grünhagen: Konrad Boidol

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover