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Speak to me!

Musik und Poesie

Historischen Objekten eine Stimme verleihen

Auf dem Fest der Kulturen haben Autoren und Autorinnen eigene Gedichte vorgetragen. Außerdem gab es außergewöhnliche Klänge zu hören. Die Inspiration dazu lieferte eine Museumsausstellung.

  Konrad Boidol | 24.08.2018

Speak to me!
Pia Drake, Museum August Kestner und die Pressesprecherin des kargah e. V.
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Pia Drake, Museum August Kestner und die Pressesprecherin des kargah e. V.

Mehrsprachige Lyrik und transkulturelle Musik in musealer Atmosphäre: Im Museum August Kestner haben Künstler und Künstlerinnen im Rahmen des Festes der Kulturen ihre Werke präsentiert. Es waren die Ergebnisse der Veranstaltung „Speak to me!“. Im Juni hatten sich die PoetInnen, Maler- und ZeichnerInnen sowie MusikerInnen von Objekten der Ausstellung „Beziehungskiste – Über Kommunikation“ inspirieren lassen.

Eine andere Herangehensweise

“Normalerweise setzten sich Menschen im Umfeld des Museums sehr wissenschaftlich und analytisch mit musealen Themen auseinander: Man legt Wert darauf zu erfahren, wo die Objekte herkommen, die Datierung und das Material sind wichtig“, erklärte Pia Drake vom Museum August Kestner. Demnach freue es sie, dass sich die KünstlerInnen der verschiedenen Disziplinen auf eine andere Weise den Ausstellungsstücken genähert hätten. „Es sind sehr assoziative und emotionale Herangehensweisen, die uns ganz neue Aspekte zu den Objekten vermitteln können“, sagte sie. Zwar spielten Empfindungen angesichts historischer Stücke bei jedem Menschen eine Rolle, doch nicht jeder könne diesen Gefühlen künstlerisch Ausdruck verleihen.

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Azer Siwes, Lyrik, und Ali Omar, Oud
Speak to me!
Azer Siwes, Lyrik, und Ali Omar, Oud

Lyrik in drei Sprachen

In den lyrischen Texten ging es um Themen wie Begegnungen und Beziehungen oder Stille und Trauer. Sie wurden auf Arabisch, Kurdisch und Deutsch vorgetragen. „Du könntest Dich öffnen, damit sie nicht verschlossen bleiben“, mit diesen Versen eröffnete Barbara Macherius von der Gruppe Poesie die Lesung. Sie hatte anhand der Begriffe „Kisten“ und „Sprachen“ die Komplexität der Ausstellung in einem Gedicht in Worte gekleidet. Im Folgenden trugen Mohaned Tobya, Sabina Kowalewski, Dirk Strauch, Mohanad Murad und Azer Siwes ihre Texte vor. Anja Lutz las neben ihren selbstverfassten Haikus die Arbeiten von Abdulrahman Afif und Gesa Elsner vor, die selbst nicht zugegen sein konnten. Besonders ein kunstvoll verziertes Kaffeeservice und das Bild „Der Witwer“, das MuseumsmitarbeiterInnen für die Präsentation im Original auf die Bühne stellten, hatten zahlreiche Werke inspiriert. Oft waren die Gedichte melancholisch und nachdenklich, luden manchmal aber auch durch lustige Passagen zum Lachen ein.

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Christa Eschmann, Querflöte, und Ali Omar, Oud
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Christa Eschmann, Querflöte, und Ali Omar, Oud

Bilder und Musik

Begleitend zur Lesung präsentierten die KünstlerInnen aus der Malwerkstatt von kargah e.V. ihre Bilder mithilfe einer Powerpoint-Präsentation. Auch sie waren von den historischen Objekten inspiriert worden. Hussein Mohamad, Masooum Al Mohammad, Andreas Kühntopp, Mareike Herda sowie Sabina Kowalewski hatten sich mit mehreren eigenen Werken an der Aktion beteiligt. Gisela Jürgens-Weiken begleitete die Gruppe als Dozentin.

Für eine ganz besondere musikalische Untermalung sorgten Christa Eschmann an der Querflöte und Ali Omar an der Oud, einer Laute aus dem Vorderen Orient. Trotz der unterschiedlichen kulturellen Herkunft beider Instrumente verstanden es die Musiker, ungemein harmonische, melodische und außerordentlich eigenständige Klänge zu erzeugen. Interpretiert wurden drei Lieder für die Oud, die Omar ausgesucht hatte. Eschmann hörte sich die Melodien aus YouTube Songs heraus und übertrug sie in Noten für die Querflöte. „Wir haben uns auf das Experiment eingelassen und viel geübt“, erklärten Eschmann und Omar, die beide sehr zufrieden mit den Ergebnissen waren und die Zusammenarbeit künftig fortsetzen wollen.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover