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Constance Meurer

Freiwillige gesucht

Der "Sprachzauber" geht in eine neue Runde

Mit vielfältigen Ideen motivieren Ehrenamtliche Kindergartenkinder zum Sprechen. Interessierte haben jetzt wieder die Möglichkeit, beim Projekt des Freiwilligenzentrums mitzumachen.

  Konrad Boidol | 03.08.2018

Sprachzauber_Bild 1
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Kindern kreativ die deutsche Sprache näherbringen – das ist das Ziel des Erfolgsprojektes Sprachzauber des Freiwilligenzentrums und der Bürgerstiftung Hannover. Wöchentlich gehen Freiwillige in derzeit 35 Kindergärten in Hannover, um die jungen BesucherInnen zum Sprechen zu animieren. Alle Beteiligten profitieren von dem Angebot. Stetig steigert sich die Zahl der Kindergärten, die Sprachzauber in Anspruch nehmen. Jetzt werden wieder freiwillige Sprachpaten gesucht. Eine Informationsveranstaltung gibt es am 23. August um 11 Uhr im Freiwilligenzentrum Hannover (FWZH) am Platz der Weltausstellung.

Sprachzauber_Bild 2
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"Die Kinder blühen auf"

Die Idee hinter dem Projekt: Sprachtraining mit Kindern, die in ihrer Entwicklung noch nicht so weit sind wie andere in ihrem Alter - beispielsweise, weil sie aus Familien mit Migrations- oder Fluchtgeschichte kommen oder teilweise noch zu schüchtern zum Sprechen sind. „Es geht nicht darum, sie schulisch zu fördern - sie sollen individuell anhand ihrer Fähigkeiten unterstützt werden“, sagt Constance Meuer vom FWZH, die das Projekt koordiniert. Die Methoden dazu entwickeln die Freiwilligen selbst: Gemeinsam lesen, malen, musizieren, basteln – alles ist zugelassen, solange dabei kommuniziert wird. „Der Grundtenor ist immer, mit den Kindern ins Gespräch zu kommen und sie zum Sprechen zu animieren“ erklärt Meuer. Statistisch gesehen säßen die Kinder in diesem Alter bereits eine Stunde täglich vor dem Fernseher, wohingegen sie nur zehn Minuten vorgelesen bekämen. „Lesen und Sprechen leben aber von Zuwendung und einem Miteinander“ so die Koordinatorin. Wenn den Kindern zugehört werde, würden sie sich innerhalb der Kleingruppen schnell öffnen und mehr sprechen: „Die Sprachpaten können ihnen Zuwendung schenken und dadurch blühen die Kinder auf. Sie merken, was man mit Sprache erreichen kann“, erklärt Meuer. Somit dient Sprachzauber nicht nur der Sprachentwicklung, sondern steigert auch das Selbstwertgefühl der Kinder.

Sprachzauber_Bild 3
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Großes Interesse am Projekt

Gestartet ist Sprachzauber 2015. „Das Interesse hat unsere Vorstellungen deutlich überstiegen“, sagt Meuer. Zunächst sollte das Angebot nur in drei Kindergärten angeboten werden – daraus wurden spontan 15. Im Schnitt kommen pro Jahr zwölf Einrichtungen hinzu. Derzeit sind es 35. Voraussichtlich weitere 15 Kindergärten werden im Herbst ins Projekt aufgenommen. Ein Freiwilliger wird jeweils einem Kindergarten zugeteilt. Maximal sechs Kinder betreuen die Ehrenamtlichen für jeweils zwei Stunden in der Woche. Dadurch, dass sie nur für diesen Bereich in der Einrichtung sind und mit sehr kleinen Gruppen arbeiten, können sie intensiv auf die einzelnen Kinder eingehen und haben auch mehr Spielräume als die ErzieherInnen, die eine Vielzahl von Aufgaben bewältigen müssen. Wichtig ist jedoch: Die Paten stellen ein Zusatzangebot dar und ersetzen keine ausgebildeten Fachkräfte. „Die Verantwortung für die Kinder liegt immer bei den Erziehern“, so Meuer. Ebenso seien die Sprachpaten keine Sprachtherapeuten – Sprachfehler wie Stottern zu bearbeiten, sei nicht ihre Aufgabe.

Kreativität ist gern gesehen

Das Projekt ist für alle Beteiligten ein Gewinn, in erster Linie natürlich für die Kinder. Aber auch innerhalb der Familien sind Auswirkungen spürbar: In einer Befragung, die die Projektverantwortlichen mit über 50 Eltern durchgeführt haben, bestätigte sich, dass Sprachzauber auch in den Haushalten positive Effekte erzielt. Die Kinder berichten viel von den Angeboten und werden allgemein gesprächiger. Die Freiwilligen hingegen schätzen die kreativen Ansätze des Projektes: „Man kann sich als Ehrenamtlicher richtig austoben“, sagt Meuer. Die Kitas seien außerdem so aufgestellt, dass sie viele Materialen vorrätig haben, um Ideen zu realisieren. Die Freiwilligen müssten demnach keine eigenen Gelder aufbringen.

Sprachzauber_Bild 4
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Informationen für Interessierte

Interessierte, die sich als Sprachpaten am Projekt beteiligen wollen, sollten zuverlässig sein: In einem Kooperationsvertrag verpflichten sie sich dazu, wöchentlich zwei Stunden in den Kindergärten Sprachtrainings anzubieten. In ihrer Vorbildfunktion sollten die Sprachpaten zudem grammatikalisch richtiges Deutsch sprechen. Außerdem müssen alle angehenden Sprachpaten an drei Schulungsterminen teilnehmen, die jeweils fünf Stunden dauern. Dort bekommen sie eine Einführung in die Themen Sprachentwicklung, Mehrsprachigkeit und kulturelle Sensibilisierung. Der erste Termin für die kommende Runde ist Mitte September. Die weiteren Termine werden gemeinsam festgelegt. Bevor der Einsatz wirklich losgeht, hospitieren die Freiwilligen außerdem im betreffenden Kindergarten. Auf den Wohnort der Freiwilligen nimmt die Koordinatorin Rücksicht und sucht Kindergärten im näheren Wohnumfeld der Paten. Kontinuierlich austauschen können sich die Paten außerdem bei einem Stammtisch, bei dem auch oft eingeladene Fachleute zu relevanten Themen – beispielsweise zu Kinderliteratur – referieren.

Wer Interesse hat, als Ehrenamtlicher im Projekt Sprachzauber teilzunehmen, kann sich bei Constance Meuer unter folgender E-Mail-Addresse melden: paten@fwzh.de

Fotos: Freiwilligenzentrum Hannover

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover