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Pompeii

Kurzgeschichte

Europa, geh nicht fort, bleib bei mir!

Eine mythologische Parabel angesichts gegenwärtiger Geschehnisse in Europa

  Fauas Sulaiman | 26.11.2017

Von des fernen Sidons Stränden habe ich dich aus Liebe und mit guter Absicht über das mächtige Mittelmeer entführt. Wegen deiner Schönheit, Besonnenheit, deinem Frieden. Fast wären wir beide in der Tiefe ertrunken, wenn nicht Poseidon, Gott des Meeres, mich, "Zeus", geachtet und mir gehorcht und somit das unermüdliche Mittelmeer beruhigt hätte.

Ich kam in Gestalt eines Stiers zu dir. Du warst verwundert über mein Wesen, du ahntest nicht, dass ich dich entführen würde. Doch plötzlich waren wir mitten im Meer ... wir hatten das Glück, unversehrt auf der Insel Kreta anzukommen und unter einem uralten Olivenbaum zu rasten. Ich bereue diese Untat nicht, im Gegenteil freue ich mich sehr, das mit dir erleben zu dürfen.

Du bist meine geliebte Europa, Paris ist der Schmuck deiner Nacht, die Tannenbäume sind dein Duft, Andalusiens Granatäpfel sind deine Brüste, die Alpen deine Stirn, der Gesang der Amsel ist deine Stimme, du hast Liebe und gibst vielen Menschen Sicherheit, die alles riskieren, um dich zu erreichen. Wir verlassen unseren Geliebten, sogar unsere Kinder, um dich zu erreichen und eine Nacht in deinen Armen in Sicherheit und Frieden zu schlafen...

Nicht wenige haben diesen Traum leider vor deinen Füßen im Mittelmeer aufgeben müssen, ihr Schicksal waren unzählige Gräber, ihre Botschaften sind wie Wellen des Meeres, die am Ende an irgendeinem Strand landeten.

Du hast viele Kriege überlebt und, Europa, auf deinem Körper standen Mauern und Stacheldraht, aber das ist Vergangenheit. Deine Wunden sind noch nicht ganz verheilt, trotzdem bist du stark und kämpferisch. Tyrannen, Regime und auch Terror haben versucht dich zu erobern. Sie sind gescheitert, denn deine Kinder Platon, Diotima, Perikles, Kant, Rousseau und noch viele andere schauten alle erstaunt in den gleichen Himmel und waren begeistert von den Sternen, die auf deinem schönen blauen Banner dem ewigen Licht gewidmet sind.

Wer an deine Schönheit und Freiheit nicht glaubt, soll sich auf den Weg machen, von Sizilien bis nach Stockholm, ohne einem Stacheldraht zu begegnen, und dich bewundern. Ich werde dich lieben, für dich einstehen und dich schützen, damit ich deine Düfte genießen kann.

Du bist Vergangenheit, du bist Gegenwart und du wirst ewig in meinem Denken bleiben.

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