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Zeichnung zur Fettnäpfchen-Kolumne Lasst Blumen sprechen

Die Fettnäpfchen–Kolumne

Lasst Blumen sprechen

Gastgeschenk, Liebeserklärung oder Grabschmuck

  Helga-Barbara Gundlach | 01.03.2017

Anselmo hatte sich in seiner Heimat Bolivien in eine Deutsche verliebt und folgte ihr nach Hannover. Die beiden heirateten. Nach einigen Jahren reisten sie in Anselmos Herkunftsland. In seinem Dorf wollten sie auch eine Cousine besuchen. Anselmos Frau besorgte Blumen als kleines Gastgeschenk. Doch die Cousine war alles andere als erfreut. „Willst du mich beerdigen?“ fragte sie entsetzt.
Was war passiert?
Nicht überall haben Blumen die gleiche Symbolik und werden auch nicht zu den gleichen Anlässen verschenkt. In Anselmos Heimat schenkten Männer seinerzeit lediglich Rosen – als Zeichen der Liebe. Ansonsten kaufte man/frau Blumen nur als Grabschmuck für den Friedhof. Kein Wunder, dass die Cousine sehr erschrocken reagierte.
Was hätte anders laufen können?
Anselmo kannte den Unterschied natürlich. Doch er war schon so lange in Deutschland und hatte dort in der ersten Zeit sehr intensiv versucht, nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch viele deutsche Verhaltensweisen zu lernen. Seine eigenen kulturellen Bräuche waren im Laufe der Zeit etwas in den Hintergrund geraten. Daher kam er nicht auf die Idee, seine Frau vorher auf Unterschiede in Gastgeschenken hinzuweisen. Anselmos Frau hätte ihn fragen können, was ein passendes Gastgeschenk sein könnte. Dafür müsste ihr aber klar sein, dass es überhaupt Unterschiede gibt.

Und die Cousine hätte – zumindest nach dem ersten Schreck - etwas gelassener reagieren können. Denn sicher hatte ihr Anselmo schon von seinen Erfahrungen in Deutschland geschrieben und, dass so manches anders ist.
Anselmo arbeitet heute als Pädagoge.

Was bedeutet Fettnäpfchen eigentlich?

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