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Afropäa-Gruppenbild mit Victor Gyamfi

Vereinsportrait Afropäa e. V.

„Wir sind eine bunte Gruppe“

Vorstellung des Vereins Afropäa, neuestes Mitglied beim MigrantInnenSelbstOrganisationen Netzwerk Hannover e. V. (MiSO)

  Wolfgang Becker | 06.06.2018

Victor Gyamfi ist Vorstand von Afropäa Hannover e. V.. Er ist 29 Jahre alt und auf dem Gruppenfoto als Dritter von rechts zu sehen. Der im Dezember 2015 gegründete Verein ist im Mai 2018 dem MiSO-Netzwerk beigetreten – als jüngste und 40. Mitgliedsorganisation.

Woher kommt der Name „Afropäa“ und was macht der Verein konkret?

Der Name „Afropäa“ beschreibt ein Zeitalter, in dem die Potenziale der Nord-Süd-Achse in beide Richtungen erkannt und nachhaltig genutzt werden. Der Begriff löst sich bewusst von der Wortendung "er", die sich auf die Menschen bezieht, um sich auf die Orte und Zeiten konzentrieren zu können, in denen wir gemeinsam leben. Außer der Arbeit mit Migranten und Geflüchteten entwickelt der Verein Konzepte für bilateralen Kultur- und Technologietransfer.

Bitte stell Dich und Deine Funktion im Verein kurz vor.

Als 1. Vorsitzender gehört es zu meinen Aufgaben, den Verein nach außen zu vertreten, Anträge zu stellen, Kooperationsgespräche zu führen, Sitzungen zu organisieren und zu leiten. Dazu kommt das Vorantreiben des inneren Vorschlagswesens, was gleichzeitig zur Weiterentwicklung der Strategie beiträgt. Ich sehe mich auch als Katalysator für die Errungenschaften der ersten Generation der afrikanischen Migranten. Ideell gesehen organisiere ich Raum und Zeit, um dem Gefühl, in zwei Welten zu leben, Bedeutung zukommen zu lassen.

Im Jahr 2017 seid Ihr über das „House of Resources“ finanziell gefördert worden. Um welche Projekte ging es dabei?

Bei Afropäa ging es konkret ging es um den Aufbau einer Vereins-Homepage und ein Integrationsprojekt für Geflüchtete der BBS 2 in Hannover. Beim Aufbau der Homepage konnten wir durch die Förderung einen professionellen Webdesigner beauftragen und haben uns in regelmäßigen Abschnitten in einer Arbeitsgruppe getroffen, um die Inhalte zu erarbeiten. Im BBS-2-Projekt haben wir in Kooperation mit dem Linden Legendz e. V. Workshops zu den Themen Kunst, Musik und Kreativität veranstaltet, um deren Kulturzentrum in der Nieschlagstraße 1A für Geflüchtete der Berufsbildenden Schule zu öffnen.

House of Resources ist ein MiSO-Projekt, das durch das Bundesministerium des Innern gefördert wird. Migrantenselbstorganisationen und Gruppen, die sich für die Integration von MigrantInnen und Flüchtlingen engagieren und in Hannover oder der Region Hannover aktiv sind, können bis zu 2500,- Euro Unterstützung beantragen. Diese Gelder können zum Beispiel für Flyer, Öffentlichkeitsarbeit oder auch die Anschaffung von Geräten verwendet werden, die für die Arbeit der Gruppe wichtig sind. Ausführliche Informationen zu den Antragsvorraussetzungen gibt es hier.

Ihr habt einen sehr spezifischen Blickwinkel auf Afrika. Gibt es konkrete Vorhaben?

Wir wollen, beginnend mit einer Afrobibliothek in Hannover, weitere Afropäa-Vereine in Afrika gründen oder mit gleichgesinnten NGOs kooperieren, um Möglichkeiten des gegenseitigen kulturellen und technologischen Einblicks zu ermöglichen. So sollen mittelfristig kleine Delegationen aus afrikanischen Partnerländern nach Hannover kommen können und anders herum auch aus Hannover in die afrikanischen Partnerländer. Aus diesem regelmäßigen Austausch werden dann - mit Unterstützung internationaler Organisationen und Fördergelder - wirtschaftliche Ausgründungen unterstützt, die zum Zweck der Kapazitätenbildung auf das interkulturelle Netzwerk von Afropäa und den Kooperationspartnern zurückgreifen können. So können wir Fluchtursachen vor Ort reduzieren. Es entstehen dort nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Perspektiven für unsere Mitglieder, von denen die meisten zur zweiten Generation afrikanischer Einwanderer in Deutschland gehören, die sich oft eher in Afrika sehen als hier, im zwar grundsätzlich offenen, aber wenig interaktiven Deutschland.

Foto: Afropäa Hannover e. V.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover