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Misch Dich ein

MiSO-Veranstaltungsreihe

"Misch Dich ein" - „Unser starkes Fundament ist das Ehrenamt“

An drei Abendterminen ging es Ende Februar 2018 um bürgerschaftliches Engagement in Kultur, Flüchtlings- und Jugendarbeit. Insgesamt 13 Initiativen tauschten sich über ihren Alltag aus.

  Wolfgang Becker | 09.03.2018

„Ein guter Austausch zwischen Vereinen und Initiativen, die gegenseitig über ihr Engagement, Angebote und auch Möglichkeiten der Kooperation berichtet haben“, sagt im Nachhinein Projektkoordinatorin Lesia Brezitska. „Misch Dich ein“ ist ein Projekt des 2010 gegründeten MiSO-Netzwerks Hannover. Finanziert wird es aus dem „Gesellschaftsfonds Zusammenleben“ der Landeshauptstadt Hannover. Ein weiterer Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe ist NEMO, der Bundesverband migrantischer Organisationen.

Am 21. Februar fand ein erster Informationsaustausch im „Der Nachbarin Café“ (Kulturzentrum Faust) statt. Im Zentrum standen die Themen: Kultur, Stärkung des Ehrenamtes, Fördergelder, Netzwerktätigkeit und der Kampf gegen Diskriminierung. „Welt in Hannover“ ist eine mehrsprachige Onlineplattform. Besonders wichtig ist hier das Engagement der Ehrenamtlichen, von dem das Projekt abhängig ist. „Linden Legendz“ (auf Facebook) wurde als offene Künstlerplattform vorgestellt, bei der Menschen jeglicher Herkunft ihre kreativen Potentiale entfalten können: „Kunst, Kultur und Musik sind Faktoren die verbinden“, sagte der Vorsitzende. Das Ziel von „Romane Aglonipe“ ist es, die weiterhin bestehenden Vorurteile gegen Sinti und Roma abzubauen und den Jugendlichen aus dieser Gruppe Perspektiven für ein erfolgreiches Leben zu liefern. Beim Projekt „Märchenkoffer“ werden Kinder aus ehemaligen GUS-Ländern zweisprachig gefördert, auf Deutsch und Russisch. Das Freizeitheim Vahrenwald kann Raum für die Umsetzung von Projekten bereitstellen.

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Die Teilnehmer der ersten Veranstaltung von "Misch Dich ein!" (Foto: Konrad Boidol)
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Die Teilnehmer der ersten Veranstaltung von "Misch Dich ein!" (Foto: Konrad Boidol)

Der zweite Abend lief am 22. Februar im Ernst-Korte-Haus der Arbeiterwohlfahrt in der Lindener Posthornstraße. „Wir haben versucht, ein Netz von Beziehungen aufzubauen“, berichtete ein Vertreter des sudanesischen Vereins „Umbaja“. Den syrischen „Citizen Diplomats“ geht es darum, der Polarisierung und Radikalisierung entgegenzuwirken. „Förderung von Dialog und bürgerschaftlicher Haltung“ sind dem Verein sehr wichtig. „Unser starkes Fundament ist das Ehrenamt“, betonte ein Vertreter von „Azadi“, einem Deutsch-kurdischen Hilfsverein für Syrer. Der in Langenhagen ansässige Verein organisiert u.a. Hilfslieferungen in die Kurdengebiete. „Wir sind multi-kulti aufgestellt“, berichtete eine Mitarbeiterin des „Freiwilligen Zentrums Hannover“. Hier gibt es u.a. ein Begegnungscafé und das Projekt „Menschen verbinden Menschen“, das Patenschaften mit Geflüchteten vermittelt.

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Bei „Can Arkadas“ wurde über Jugendarbeit diskutiert. (Foto: Wolfgang Becker)
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Bei „Can Arkadas“ wurde über Jugendarbeit diskutiert. (Foto: Wolfgang Becker)

Zum letzten Termin am 26. Februar zum Thema Jugendarbeit war in die Räume von „Can Arkadas“ am Steintor geladen worden. In dem bereits 1988 gegründeten türkischen Verein ist die interkulturelle Jugendarbeit seit 2014 selbstständig organisiert. „Angebote müssen von den Jugendlichen selbst kommen“, betonte ein Vertreter, „man darf sie nicht in Aufgaben hineinstürzen“. Die Vorsitzende des „Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover“ stellte die Angebote des Vereins dar, die sich an Kinder ab drei Jahren überwiegend in russischer Sprache richten. „Ein Studentenklub sei in Planung, „aber das funktioniert noch nicht“. Erfolgreich sei hingegen die über das Programm „Kultur macht stark“ geförderte Jugendbigband. Der Verein „gEMiDe“ stellte sich als „eine Jugendgruppe mit 11 Nationalitäten“ dar. „Wir haben viele Leute, die aus unterschiedlichen Religionen kommen – bevorzugt wird keine. Abschließend wurde über den „Stadtjugendring Hannover“ berichtet. Der Verein umfasst 15 Jugendverbände in den Bereichen Kirche, Sport, Umwelt etc., neu sind dabei auch migrantische Jugendorganisationen.

„Einige Geflüchtete, die an den Veranstaltungen beteiligt waren, nahmen neue Infos über Arbeit verschiedener Migrantenselbstorganisationen zur Kenntnis“, bilanziert MiSO-Mitarbeiterin Lesia Brezitska: „Hoffentlich werden sie sich an diese zukünftig wenden, um jegliche Unterstützung zu bekommen und auch sich selbst bürgerschaftlich engagieren zu können.“

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover