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Eier im Karton im Regal

Glosse

Wir brauchen Obergrenzen

Über die Maßlosigkeit unserer Konsumgesellschaft

  Claudia Ermel | 25.01.2018

Bedeutet Freiheit grenzenloser Konsum? In unserer westlichen Welt scheint es da durchaus Zusammenhänge zu geben. „Eat all you can“, bevor dir einer was wegnimmt – lautet die Devise des Raubtierkapitalismus. Und „Kauft euch glücklich“ scheint die Devise der ständig expandierenden „Ketten“, wie beispielsweise Rossmann und REWE auf der Limmerstraße in Hannover-Linden zu sein.

Haben wir, die wir im üppigen Überfluss leben, „das Maß aller Dinge“ verloren? Längst reicht es uns nicht mehr, wenn es beim Bäcker vier verschiedene Brotsorten gibt. Im App-Store werben 300 verschiedene Apps zum Lernen von Schach um unsere Gunst. Und bei PriMark in Hannovers Innenstadt stopfen die Teenies noch das zwanzigste Billigshirt in eine ihrer bereits prall gefüllten fünf Einkaufstüten. Bescheidenheit war gestern, die Gier ist längst gesellschaftsfähig geworden. Anders lässt sich das Überangebot an Waren schlecht erklären, und die Waren sind leider oft spottbillig – auf Kosten der Umwelt, der Natur und Tiere und auch auf Kosten vieler Menschen.

Da wir aber in einem „freiheitlich-demokratischen Land“ leben, will sich niemand in seiner Freiheit einschränken lassen. Aber da war doch noch was anderes, oder?
„Was du nicht willst, was man Dir tu, das füg auch keinem andren zu.“ lernten wir früher in der Schule. Bedeutet dies nicht, auch Rücksicht zu üben? Oder ist das längst “out”?

Der Gedanke, die Exzesse irgendwann einmal zu begrenzen, scheint naheliegend. Dass zur Not auch in einer Demokratie die politischen Entscheidungsträger mal regulierend eingreifen dürfen, wenn das Gleichgewicht zwischen Begünstigten und Geschädigten zu Lasten der Schwächeren tendiert, sollte klar sein.

Also kann die Einführung von Obergrenzen durchaus eine intelligente Lösung sein. Dies gilt im regionalen wie im nationalen und auch internationalen Rahmen:
Obergrenzen bei der Massentierhaltung, Plastikverpackungen, Überproduktion und damit Verschwendung von Lebensmitteln, Luftverschmutzung, Energie- und Wasserverschwendung. Obergrenzen für Waffenexporte,Rohstoffausbeutung, Monokulturen, ungerechte Handelsabkommen, ganz allgemein also Obergrenzen für die unzähligen Ursachen, die Flucht von Menschen aus zahlreichen Ländern erst auslösen.

Aber sicher brauchen wir keine Obergrenze für Asylbewerber, die aus ihrer Heimat geflohen sind. Wir sollten also „die Kirche mal im Dorf lassen“, liebe PolitikerInnen.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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