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Anerkennungsverfahren / Teil 5

Tatiana

Trotz langer Berufserfahrung im Heimatland noch kein Einstieg in den gewünschten Beruf.

  Redaktion: Monika Singh | 11.01.2022

kargah e.V. ist seit 2019 Teil des landesweiten IQ-Netzwerkes (Integration durch Qualifizierung) und bietet Beratungen im beruflichen Anerkennungsverfahren speziell für zugewanderte Frauen mit ausländischen Bildungs- und Berufsabschlüssen an. In ihrer täglichen Arbeit begleiten die Mitarbeiter*innen des Vereins die Frauen ein Stück ihres Weges und hören viele bewegende und aufschlussreiche Geschichten, die sie der Öffentlichkeit gern zugänglich machen möchten. In diesem Jahr sollen insbesondere Frauen zu Wort kommen, die in pädagogischen Bereichen ausgebildet sind und darin arbeiten möchten.

Wir haben die Interviews im Dezember 2021 durchgeführt. Die Interviewten möchten anonym bleiben und werden nur mit den Vornamen benannt.

Tatiana ist 43 Jahre alt und hat in ihrer Heimat Russland das Studium Vorschulpädagogik und Psychologie und Pädagogische Psychologie mit einem Diplom abgeschlossen. Dort hat sie zehn Jahre lang in ihren Berufsfeldern gearbeitet, bevor sie 2012 nach Deutschland übergesiedelt ist. Das Abschlusszeugnis ist in Deutschland als Hochschulabschluss anerkannt, jedoch reicht das nicht, um in ihrem Beruf arbeiten zu können. Dafür muss sie einen Anpassungslehrgang oder ein neunmonatiges Kontaktstudium absolvieren, das die Uni Oldenburg in Kooperation mit kargah e.V. durchführt. Seit September 2021 besucht sie das Kontaktstudium, zu dem auch ein Praktikum in einer Kindertageseinrichtung gehört.

Seit wann leben Sie in Deutschland und wie haben Sie die Zeit seitdem erlebt (was haben Sie gemacht, was war dabei schön/schwer/anstrengend)?

Ich lebe seit acht Jahren in Deutschland. Die Zeit ist sehr schnell vergangen. Das Anstrengendste war, die Sprache zu lernen und zu erfahren, dass mein Beruf nicht anerkannt wurde. In den letzten acht Jahren habe ich immer wieder versucht, Deutsch zu lernen, jedoch muss ich weiterhin viel lernen, um meine Deutschkenntnisse auf ein angemessenes Niveau zu bringen.

Welchen Beruf haben Sie in Ihrem Heimatland gelernt und welche Arbeit haben Sie dort gemacht?

Ich komme ursprünglich aus Russland und ich habe dort Vorschulpädagogik studiert und war zehn Jahre lang in diesen Beruf in verschiedenen Einrichtungen tätig.

Hatten Sie vor Ihrer Einreise nach Deutschland Informationen zum Arbeiten und dem Anerkennungsverfahren in Deutschland? Wie haben Sie sich in Deutschland beruflich orientiert?

Vor meiner Einreise wusste ich nicht, dass ich ein Anerkennungsverfahren durchlaufen muss. Ich mache jetzt als Weiterbildung das Kontaktstudium „Pädagogische Kompetenz in der Migrationsgesellschaft“, damit ich hier als Vorschulpädagogin arbeiten kann.

Welche beruflichen Erfahrungen haben Sie bisher in Deutschland machen können?

Ich habe 2020 ein Praktikum in einem Kindergarten begonnen, aber wegen Corona konnte ich nicht weitermachen. Ansonsten war ich nicht berufstätig und habe in diesen acht Jahren nur gelernt.

Ausblick

Welche Wünsche haben Sie für Ihre Zukunft in Deutschland?

Ich hoffe, dass sich bald meine Deutschkentnisse verbessern. Wie ich bereits erwähnt habe, möchte ich gern wieder meinen Beruf ausüben und in einem Kindergarten arbeiten.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover