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Bericht und Video

Roma und Sinti Philharmoniker

An der IGS Mühlenberg erklangen vor einem begeisterten Publikum „Zigeunerweisen“ - das fulminante Abendkonzert im Theater am Aegi fand dagegen kaum Interesse.

  Wolfgang Becker | Martin Tönnies (Kamera) | 01.05.2018

Fast 800 SchülerInnen drängten sich am 25. April 2018 zum „Kinderkonzert“ der Roma und Sinti Philharmoniker in der Aula der IGS Mühlenberg – nach dem Umbau heißt sie heute Leonore-Goldschmidt-Schule. Die vielen Kinder und Jugendlichen kamen mit ihren LehrerInnen aus der IGS und zwei Grundschulen. Die Stimmung war großartig – es gab viel Applaus.
„Musik verbindet und hilft Vorurteile abzubauen“ – so das Credo von Djevdet Berisa vom Veranstalter Romane Aglonipe ("romane.aglonipe@gmx.de":mailto:romane.aglonipe@gmx.de).

Cello Roma-Sinti Konzert
Auch das Cello fehlte nicht ...
Cello Roma-Sinti Konzert
Auch das Cello fehlte nicht ...

„Nach diesem außerordentlichen Konzert gibt es eine ganz andere Sicht auf die Geschichte der Sinti und Roma“, ist sich auch Hannovers Bürgermeister Thomas Hermann in seiner Grußbotschaft sicher. Die Roma und Sinti Philharmoniker unter der Leitung von Riccardo M Sahiti spielten unter anderem einen Marsch aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauss und die „Zigeunerweisen“ von Pablo de Sarasate. „Hat Euch das gefallen?“ – die Antwort aus dem Publikum war ein vielstimmiges „Jaaa!“.

Auditorium Roma Konzert
50 MusikerInnen aus 15 europäischen Ländern
Auditorium Roma Konzert
50 MusikerInnen aus 15 europäischen Ländern

Die 50 MusikerInnen aus insgesamt 15 europäischen Ländern – die meisten von ihnen sind Roma – boten eine eindrucksvolle Darbietung. Bei den Kids kam besonders auch die Simulation von Tierstimmen mit unterschiedlichen Instrumenten an. Das „Muh“ des Cellos und das „Quak“ der Klarinette konnten schon die ganz Kleinen leicht erraten. Das verbindende Element von Musik war an diesem Mittwochmittag nicht zu überhören. Von Vorurteilen gegen Menschen mit dem "Z-Wort" keine Spur.

Ganz anders dann die Stimmung am Folgetag im Theater am Aegi: Trotz intensiver Werbung durch den Veranstalter und moderaten Eintrittspreisen kamen nur zwischen 80 – 100 BesucherInnen zum zweistündigen Konzert – die Ränge blieben leer. Besonders traurig ist das mangelnde Medieninteresse. Die mehrfach eingeladenen VertreterInnen von Presse, Funk und Fernsehen blieben dieser außergewöhnlichen Musikveranstaltung fern. Das Wirken des Orchesters gegen die Diskriminierung von Sinti und Roma blieb medial ungewürdigt. Löbliche Ausnahme: Ein freies TV-Team, das das Klassik-Konzert für das Bürgerfernsehen h1 aufzeichnete.

WiH war live dabei
WiH war live dabei

Unser Video zum Konzert von Martin Tönnies und Wolfgang Becker

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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