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Strukturen für Kreative

Der Stoff, aus dem Legenden sind

Der Verein "Linden Legendz" will Künstler*innen aller Genres vernetzen. In einem eigenen "Kreativhaus" werden die Potentiale gebündelt.

  Konrad Boidol | 27.03.2018

Ein Haus, in dem sich die kreative Energie bündelt: An der Nieschlagstraße 1A haben die „Linden Legendz“ eine Basis gefunden, die jetzt Schritt für Schritt zu einem Zentrum für Kultur und Gestaltung wird. Dem Verein geht es darum, Strukturen für Künstler*innen aller Couleur bereitzustellen: Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch werden großgeschrieben.

Seit 2014 ist die Gruppe als Verein organisiert. Gestartet haben die „Linden Legendz“ bereits 2012: Am Küchengarten organisierten sie an jedem ersten Freitag im Monat Aktionen. Im Zentrum stand von Anfang an die Musik - aber auch Tanz, Malen, Fotografie und Angebote für Kinder gab es. „Wir hatten auch eine T-Shirt-Druckmaschine, und haben den Leuten gesagt, sie sollen Klamotten mitbringen - dann haben wir Linden Legendz draufgedruckt“, erinnert sich Taha, heute stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Das Ziel war damals bereits: Vernetzung kreativer Geister. „Wir haben das Problem gesehen, dass es unheimlich viel Potential gab, aber keine Anlaufstellen“, sagt der Vorsitzende Sam. Die Strukturen, in denen Künstler*innen unterstützt wurden, seien entweder auf bestimmte Musik-Genres beschränkt, oder nur bestimmten Gruppen zugänglich gewesen – beispielsweise Studierenden. Bei den „Linden Legendz“ sind hingegen alle willkommen, egal welche Musik sie hören und machen, welchen Status sie haben oder aus welcher Kultur sie stammen.

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Die „Sessions“
Das bunte Treiben auf dem Küchengarten, der Startschuss der Initiative, musste wegen Anwohnerbeschwerden eingestellt werden. „Wir haben ja nichts Böses gemacht, aber es gibt leider immer Menschen, die sich beschweren“, sagt Sam. Die „Sessions“ aber, die aus den Aktionen am Küchengarten entstanden, setzten sich fort. Sie verlagerten sich in die Clubs des Stadtteils: beispielsweise in die Glocksee oder die Faust. Bis heute werden sie organisiert. An jedem ersten Freitag im Monat ist die Bühne frei für kreative Entfaltung: „Newcomer, die noch nie auf der Bühne waren, haben die Möglichkeit, sich vor einem Publikum zu testen“ sagt Taha. Genauso können professionelle Künstler*innen etwas präsentieren oder beliebige andere Performances darbieten, die räumlich möglich sind. Freiheit steht immer im Mittelpunkt: „Man kann den Abend verändern und mitbestimmen, auf die Bühne springen und etwas sagen - die Leute bei uns haben offene Ohren und Augen dafür“, erklärt Sam.
Das notwendige Equipment wird von Privatleuten freiwillig zur Verfügung gestellt: „Jeder Musiker weiß, wie lieb einem anderen Musiker sein Instrument ist - wenn andere Leute das respektieren, schätzen und gut damit umgehen, dann machen die Leute es gerne wieder“, sagt Sam. Somit würden sie nicht nur die Instrumente, sondern auch „ihre Leidenschaft“ mit anderen teilen.

Ein Ort für Freidenker
Im vergangenen Jahr ging es noch einen Schritt weiter: Die „Linden Legendz“ mieteten das Gebäude an der Nieschlagstraße. „Das Haus ist immer da, es ist eine Basis“, erklärt Sam die dadurch entstandene Weiterentwicklung. Nicht nur einmal im Monat könnten die Künstler*innen jetzt zusammentreffen, sondern potentiell immer. Das Haus ist rund um die Uhr zugänglich, 250 Quadratmeter stehen zur Verfügung. Einzig Absprachen sind notwendig, da es fünf Schlüsselgruppen gibt, die sich grob nach den Schwerpunkten wie Musik, Tanz oder Kunst gebildet haben. Die Pläne für das Haus sind umfangreich: Im ersten Stock wird ein professionelles Tonstudio aufgebaut. Eine Kreativwerkstadt ist im angrenzenden Raum geplant. Neben Bastelarbeiten soll dort auch T-Shirt- und 3D-Druck ermöglicht werden. Im ersten Stock wird bereits getanzt und Sport getrieben – Yoga und Capoeira sind nur zwei Angebote bei den „Linden Legendz“. Für Seminare und Workshops ist ebenfalls genug Platz. Im geräumigen Keller soll es künftig einen Proberaum geben – das dort lagernde Gerümpel wurde schon in einer Gemeinschaftsaktion hinausgeräumt.
Den Vereinsmitgliedern ist es besonders wichtig, dass durch die Gemeinschaft im Haus von den Fähigkeiten der Mitglieder profitieren. „Wenn man eine Idee für ein Projekt hat, und nicht weiß, wie man es umsetzen soll, wird es hier vor Ort Leute geben, die helfen können“, erklärt der Vorsitzende. So soll ein Pool aus Wissen erzeugt werden, an dem alle - gemeinsam und nicht gegeneinander - mitwirken.

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Gemeinsam nach oben
An zentraler Stelle im Haus ist auch eine große Skulptur des Vereinslogos zu sehen. Das Logo spiegelt diese Philosophie wieder: Eine Acht, die symbolisch für die Ewigkeit steht, die in zwei Händen mündet. Die Zeigefinger und Daumen formen das doppelte „L“ für „Linden Legendz“. Beide zeigen zudem gen Himmel: „Das soll heißen, solange wir zusammenarbeiten, geht nur nach oben“, sagt Sam, der das Logo entwickelt hat. Alles könne „legendären Status“ erreichen, wenn „genug Leute in dasselbe Segel pusten.“
Zu den „Jamsessions“ der Linden Legendz sind alle Interessierten genauso eingeladen wie zu den Vereinssitzungen, die immer mittwochs ab 17 Uhr stattfinden. Die neusten Termine und Projekte können auf der Facebookseite abgerufen werden.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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