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Welcome Board Klassenzimmer

Klänge der Kulturen

Niedersachsens neue Note(n)

Eingewanderte Musiker vernetzen sich beim Projekt "Welcome Board" und zeigen Schülern ihre Musiktraditionen.

  Konrad Boidol | 05.03.2018

Sich gegenseitig inspirieren und unterstützen: Im Netzwerk von „Welcome Board“ treffen MusikerInnen aus verschiedenen Kulturen zusammen. Die MusikerInnen sind Geflüchtete, die die hiesige Musikszene durch Einflüsse ihrer Heimat bereichern. Bei einem Schulprojekt begeistern sie durch neue Töne, Klangfarben und bisher nicht gehörte Harmonien.

Die Idee hinter „Welcome Board“

„Im Rahmen des Projekts wird neu angekommenen MusikerInnen geholfen, ihr musikalisches Leben in Niedersachsen aufzubauen und somit Offenheit für neue Musikkulturen zu fördern“, beschreibt Projektkoordinator Maher Farkouh das Konzept von „Welcome Board“. MusikerInnen bräuchten Kontakte und Beratung sowie Möglichkeiten, sich selbst bekannter zu machen. Zum Beispiel benötigten sie Gelegenheiten, sich und ihre Musik auf Bühnen zu präsentieren. In solchen Fragen hilft das „Welcome Board“. Es ist eine gemeinsame Initiative von „Musikland Niedersachsen“ und dem „Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur“.

Dance the Tandem
Bei "Dance the Tandem" treffen sich Musiker zum spontanen Spiel.
Dance the Tandem
Bei "Dance the Tandem" treffen sich Musiker zum spontanen Spiel.

Neben dieser Hilfestellung sollen die neu hinzugekommenen Musiktraditionen in die bestehende Kulturlandschaft integriert werden. Meist handele es sich um orientalische Musikrichtungen, die über ein größeres Tonspektrum und eigene Instrumente verfügen, erläutert der Projektleiter. Diese mit hiesiger klassischer oder populärer Musik zu verbinden, sei ebenfalls ein Ziel von „Welcome Board“.

Erfolgsprojekt: Musiker-Tandems

Über 120 MusikerInnen jeden Alters und Professionalisierungsgrades sind im wachsenden Netzwerk der Initiative aktiv. Durch die Kontakte entstehen Kooperationen zwischen einheimischen und zugewanderten MusikerInnen. Zahlreiche Geflüchtete haben sich Bands oder Orchestern vor Ort angeschlossen oder neue Ensembles gegründet.

Welcome Board zu Gast im Klassenzimmer
Schüler können neue Instrumente ausprobieren.
Welcome Board zu Gast im Klassenzimmer
Schüler können neue Instrumente ausprobieren.

Ein eigenes Tandemprojekt hat das „Welcome Board“ in Kooperation mit dem Staatsorchester Hannover ebenfalls initiiert: „Ein oder eine OrchestermusikerIn und ein oder eine MusikerIn vom Welcome Board begegnen sich – jeder bringt sein Repertoire und sein Instrument mit“, erklärt der Projektkoordinator. Die Ergebnisse wurden auf der Jahreskonferenz vom „Musikland Niedersachsen“ präsentiert. In diesem Jahr ist eine Konzertreihe in Kooperation mit der Staatsoper Hannover geplant. Auch dort können die Tandemgruppen ihre Arbeit einem größeren Publikum vorstellen.

Ähnliche Kooperationen gibt es bei der Veranstaltungsreihe „Dance the Tandem“. Dort arbeitet „Welcome Board“ mit dem Schauspielhaus Hannover zusammen. Monatlich treffen sich alteingesessene HannoveranerInnen und Neubürger in der Cumberlandschen Galerie, reden und tanzen. "Welcome Board" sorgt für den musikalischen Rahmen. „Zwei Bands aus unserem Netzwerk spielen kleine Auftritte“, sagt der Projektkoordinator. Danach gebe es lockere „Jamsessions“, an der sich interessierte MusikerInnen beteiligen. Durch das gemeinsame Musizieren kam es bereits zu erfolgreichen Bandgründungen.

Maher Farkouh
Projektkoordinator Maher Farkouh.
Maher Farkouh
Projektkoordinator Maher Farkouh.

60 Schulbesuche in diesem Jahr

Ein weiteres Projekt der Initiative ist „Welcome Board zu Gast im Klassenzimmer“: MusikerInnen aus dem Netzwerk besuchen Schüler und präsentieren ihre Musik und ihr Instrument. „Es gibt einen Workshop, bei dem ein Lied gemeinsam gesungen und gelernt wird“, erklärt Farkouh. Zudem werde eine kleine Präsentation über das jeweilige Herkunftsland gezeigt. Dabei sei auch das Thema "Flucht" zentral, und es werde erläutert, wie sich das erzwungene Verlassen der Heimat auf die Musikalität auswirke. Die Kinder probieren außerdem das unbekannte Musikinstrument aus, so der Projektkoordinator.

Unterrichtmaterial für den Besuch liegt in Form eines "Buches" vor. Es enthält Informationen über die verschiedenen Musiktraditionen und wird stetig um neue Inhalte erweitert. „Welcome Board im Klassenzimmer“ ist so erfolgreich, dass in diesem Jahr doppelt so viele Schulbesuche gemacht werden sollen wie im Vorjahr: 60 Klassen profitieren 2018 davon.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover