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Zeit Zentrum Zivilcourage_Außenansicht

ZeitZentrum Zivilcourage

Ein „Lernort für Demokratie“

Einen Bogen vom Nationalsozialismus in die Gegenwart schlagen will das Zeitzentrum Zivilcourage. Bei der Eröffnung Mitte März wirkt auch das Kulturzentrum Faust mit.

  Wolfgang Becker | 21.01.2021

„Das Zeitzentrum Zivilcourage ist kein Museum, keine Gedenkstätte, sondern ein Lernort für Demokratie“, betont Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf im Gespräch mit der Neuen Presse. Die Stadt hat sich das Zentrum im Gebäude der ehemaligen Volkshochschule gegenüber vom Neuen Rathaus (Theodor-Lessing-Platz 1a) rund 2,1 Millionen Euro kosten lassen.

Die Eröffnung sollte ursprünglich bereits 2019 stattfinden, hat sich aber ständig verzögert, zuletzt auch wegen Corona. Der neue Lernort für Demokratie und die Geschichte der hannoverschen Stadtgesellschaft im Nationalsozialismus wird vom 12. bis 14. März 2021 eröffnet.

Ein stilisiertes „Z“ ziert die gläserne Außenfassade des Gebäudes, dazu die Frage „Mitmachen oder Widerstehen?“. Drinnen treffen die Besucher später unter anderem auf die Lebensgeschichten von 45 Menschen. Sie sollen die 450.000 Einwohner Hannovers um 1939 repräsentieren. Ihr Porträt und eine kurze Vita hängen an der Porträtwand des Zentrums.

„Mit der Vermittlung der NS-Zeit in Hannover bleiben wir nicht in der Vergangenheit stehen. Wir schlagen auch ganz deutlich den Bogen in die Gegenwart und beschäftigen uns mit Demokratiebildung und aktuellen Fragen zum gegenwärtigen Rechtsradikalismus“, erklärt Beckedorf.

Wann die Besucher dort tatsächlich auf Entdeckungsreise gehen können, hängt von den Corona-Beschränkungen ab – am 12. März wohl noch nicht. „Wir bereiten eine digitale Eröffnung vor“, kündigt Karljosef Kreter, Leiter des städtischen Teams Erinnerungskultur, gegenüber der Neuen Presse an. Danach will man „mit Angeboten bereitstehen“. Inwieweit sich diese realisieren lassen, werde man sehen. Die Eröffnung sei aber vor allem ein Signal: „Wir stehen bereit“, so Kreter.

Auszubildende aus dem Musikzentrum und dem Faust-Kulturzentrum werden bei der Eröffnung des Zeitzentrums mitwirken. Faust-Geschäftsführer Hans-Michael Krüger: „Gerade in der jetzigen Zeit ist die kritische Auseinandersetzung der jungen Generation mit der hannoverschen NS-Vergangenheit besonders wichtig und ich hoffe, dass unsere Auszubildenden den Zugang für jüngere Menschem ebnen können. Ein lebendiger Ort zum Erlernen der Demokratie in zentraler Lage ist auf jeden Fall unterstützenswert.“

Foto: Martin Tönnies

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover