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Die Oper Carmen auf der Bühne

Theater

Schwellenangst war gestern. Eine Einladung ins virtuelle Theater

Endlich gibt es eine Chance für alle, ganz unverbindlich mal in die Theaterwelt „reinzuschnuppern“

Pressefotos © Clemens Heidrich

  Claudia Ermel | 14.01.2021

Das Schauspielhaus Hannover und die Staatsoper teilen mit, dass sie den regulären Betrieb vorerst bis 28. Februar 2021 einstellen. Die Webpräsenz des Kulturbetriebs wurde unterdessen dafür erheblich ausgebaut. In einer Mediathek werden Podcasts mit Interviews, Aufnahmen von Bühnenproben, gestreamte Live-Ausschnitte, aber auch komplette Opern wie Carmen oder dem Trionfo im vielfältigen Onlineprogramm angeboten.

Zugang zur Kultur für alle

Die Pandemie macht plötzlich möglich, was immer wieder in die Gerechtigkeitsdebatte einfließt: „Kultur sollte für alle erreichbar sein.“ Das Angebot des Staatstheaters bietet nun neben Theater und Oper auch Talkrunden, Filme und Performances im Lifestream. Bereichert wird das Programm durch interaktive Formate, bei denen auch das Publikum beteiligt wird. Welt-in-Hannover.de kündigt einige dieser Veranstaltungen im Januar auch in ihrem Kalender an.

Für Februar ist unter anderem die Produktion einer mehrteiligen Web-Serie in Vorbereitung. Im März will das Schauspiel Hannover erstmals auch kostenpflichtige Bühnenproduktionen als Live-Stream anbieten. Dafür werden auch wieder Tickets verkauft.

Digitales Theater wird niemals das analoge Live-Erlebnis ersetzen

Schauspiel-Intendantin Sonja Anders: "Niemand kann im Augenblick sagen, ab wann wir wieder vor Publikum spielen dürfen. Trotzdem haben wir als Theater einen öffentlichen Auftrag, dem wir auch in Zeiten der Pandemie nachkommen möchten. Die digitalen Formate, die wir jetzt initiieren, werden das Programm sicher auch nach Corona bereichern. Das Digitale ist keine Notlösung, sondern eine echte Chance. (…) Digitales Theater wird niemals das analoge Live-Erlebnis ersetzen können, aber es bereitet einen Weg für mehr Niederschwelligkeit und Barrierefreiheit in der Kultur".

Zwei Stunden Home-Bühne mit "Carmen"

Neben den vielen neuen Veranstaltungsterminen lohnt sich aber auch ein Besuch direkt auf der Seite des Staatstheaters. Die berühmte Oper Carmen von Georges Bizet - mal ganz modern inszeniert - kann im zweistündigen Lifestream komplett online genossen werden. Die Aufführung von Trionfo nach einem Oratorium von Georg Friedrich Händel, ebenfalls. Regisseurin Elisabeth Stöppler erläutert den Bezug dieser Oper zur gegenwärtigen Situation. „In Zeiten von Corona ist plötzlich vieles, was unser Leben, insbesondere unser Zusammenleben, ausmacht, nicht mehr selbstverständlich. (…) Die vier Figuren unseres Stücks treibt ein individueller Lebenskonflikt um, sie müssen in einer 'letzten Nacht' eine existenzielle Entscheidung treffen: Wie will ich wirklich leben, wer könnte ich wirklich sein? Was macht mein Leben aus? Und vor allem: Wie allein, wie isoliert bin ich mit diesen Fragen?“

Die Handlung von Trionfo wird unter anderen auf der Webseite des Staatstheaters kurz erzählt, auch Untertitel erleichtern im Lifestream das Verständnis der Oper.

Unser Bewegungsradius ist zwar zurzeit sehr eingeschränkt. Die Chance, unseren Erfahrungsradius auszuweiten, war dafür nie größer. Wann wurde je im eigenen Wohnzimmer eine vollständige Oper aufgeführt?

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover