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Iyabo und Alexandra

MSO-Guide

„Wir stemmen das hier alles gemeinsam“

Ziele des Unternehmens: Chancengleichheit fördern, Integration unterstützen und Perspektiven für Menschen mit Zuwanderungs- und Fluchtgeschichte schaffen

  Wolfgang Becker | 20.11.2020

Demnächst im MSO-Guide von Welt-in-Hannover.de

Ein Gespräch mit Alexandra Faruga und Iyabo Kaczmarek

Ehemaliges Druckereiviertel der Nordstadt, Lilienstr. 16 B zwischen E-Damm und Im Moore, ein Gewerbeobjekt im zweiten Hinterhof. Hier ist seit Januar 2019 der Sitz von „Unter einem Dach“, einem gemeinnützigen Unternehmen, „nachhaltig - lokal – sozial“. Treffen mit den beiden Gründerinnen und Geschäftsführerinnen Alexandra Faruga und Iyabo Kaczmarek, beide bezeichnen sich als „Kulturschaffende mit Integrationsgeschichte“.

Schnell ist man beim „Du“: Alexandra ist gebürtig aus Polen, die 2019 in Hannover als OB-Kandidatin angetretene Iyabo ist Deutsch-Afrikanerin mit polnischen Wurzeln. „Wir stemmen das hier alles gemeinsam“, sagt sie.„Allein in unserer Nähwerkstatt gibt es Mitarbeiter*innen aus acht Nationen“, berichtet Iyabo stolz. Trotzdem sei „Unter einem Dach“ keine klassische MSO (Migrant*innenSelbstOrganisation). Die Initiative starteten Alexandra und Iyabo im Januar 2016 mit der Einrichtung von Werkstätten in hannoverschen Flüchtlingsunterkünften. Die Ausrichtung lag auf den Bereichen Holzarbeit, Raumgestaltung und Schneiderhandwerk. Künstler und Handwerker aus unterschiedlichen Sparten arbeiteten innerhalb der Unterkunft mit den BewohnerInnen zusammen.

Ijabo und Alexandra in der Werkstatt
Iyabo Kaczmarek und Alexandra Faruga in der Nähwerkstatt von Unter einem Dach
Ijabo und Alexandra in der Werkstatt
Iyabo Kaczmarek und Alexandra Faruga in der Nähwerkstatt von Unter einem Dach

„Es wurde gebaut, gestrichen, genäht, gelacht und zusammen gegessen. Die Gemeinschaftsräume wurden neu gestaltet. Menschen begegneten sich“, ist auf der Website https://unter-einem-dach.org zu lesen: „Die Angebote förderten die Gemeinschaft, begeisterten für die Kunst, das Handwerk und ermöglichten vor allen Dingen beiderseitige Einblicke in vermeintlich fremde Lebenswelten.“ Die Zusammenarbeit mit dem Träger DRK (Deutsches Rotes Kreuz) sei in den Unterkünften Oststadtkrankenhaus, Messehalle, Siloah und Maritim recht gut gewesen. „Wir sind da einfach hingegangen und haben gefragt, was wir als Kulturschaffende tun können“, erinnert sich Alexandra. Zunächst sei es um ein Theaterstück gegangen, „der Bedarf war aber ein anderer“. Mit finanzieller Unterstützung von Stadt und Land, Klosterkammer und Lotto-Sport-Stiftung entstanden in den Unterkünften Werkstätten für Holz- und Textilarbeiten. Es ging um Ausbildung und Arbeit.„Für uns war es überhaupt kein Problem, mit Geflüchteten in Kontakt zu kommen“, sagt Alexandra. Ausgehend von den Angeboten in den Flüchtlingsunterkünften und den damit erlangten Erfahrungen entwickelte sich die Initiative weiter und richtete den Fokus auf berufliche Orientierung und Weiterbildung im Handwerk außerhalb der Unterkünfte.

Erste Station in der Nordstadt war ab 2016 der Maker Space Hafven, wo mehrere Kurse zur Berufsorientierung angeboten wurden. Anfang 2019 zog „Unter einem Dach“ - bereits 2017 als gemeinnützige Unternehmensgesellschaft gegründet, in das damals seit drei Jahren leerstehende Gewerbeobjekt in der Lilienstraße 16B. Hier sind das „Society Office“ und die Nähwerkstatt untergebracht. „Uns geht es um die Vielheitsgesellschaft“, meint Iyabo: „Also um die Frage, wie gestalten wir gemeinsam unsere Gesellschaft. Wir sind halt Leute, die was bewegen wollen!“

Kontakt: Alexandra Faruga & Iyabo Kaczmarek Projektkoordinatorinnen Telefon: (0511) 10 53 94 28, Mail: hello@unter-einem-dach.org

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Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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