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Antirassismusbuch

Buchrezension

Dieses Buch ist antirassistisch ... für junge Erwachsene von 10 bis 17

Was ist Rassismus? Woher kommt er? Warum existiert er? Und die wichtigste Frage von allen: Was kann ich dagegen tun?

  Claudia Ermel | 08.10.2020

Foto: Aurélia Durand

Dieses Buch ist antirassistisch ...

… stellt die Konzepte Rassismus, Ethnie und Soziale Identität vor

… schenkt Hoffnung durch inspirierende Geschichten von Stärke, Mut und Liebe

… erklärt Sprache, Werkzeuge und Handlungen, um Rassismus zu stoppen“

Ein Buch so bunt, wie unsere multikulturelle Gesellschaft es längst ist, lädt Heranwachsende dazu ein, sich mit diesem eher düsteren Thema gleich auf mehreren Ebenen auseinanderzusetzen. Das Buch bietet ein gelungenes Zusammenspiel von Schilderungen tatsächlicher Begebenheiten, geschichtlicher Hintergründe und kleinen Übungen zur Selbstreflexion inmitten von liebevoll gezeichneten, kunterbunten Illustrationen.

Die Autorinnen Tiffany Jewell (Text) und Aurélia Durand (Illustrationen) sprechen durch dieses Werk zu einer Generation, die sich ansonsten vielleicht eher für Mangas oder Science Fiction interessiert. Das Buch schafft so durch die sehr ansprechende Optik und lockere Gestaltung einen Zugang zu einer eher unliebsamen, teilweise komplexen oder auch komplizierten Thematik. Die Gewichtigkeit des Themas wird eingehend in allen Facetten abgebildet. Doch die beiden Macherinnen bauen eine Brücke, die selbst den Wust aus Terminologien in leichten, bunten Häppchen serviert.

Von BIPOC über Intersektionalität bis hin zu Mikroaggression und weißen Privilegien

In 20 Kapiteln, die auch als kleine Checkliste für eine Art Persönlichkeitsworkshop verstanden werden könnten, erzählt Tiffany Jewell Geschichten aus dem Leben Betroffener. Sie erklärt die zahlreichen Fachbegriffe, die unterdessen entstanden sind und gibt Tipps, wie das neue Wissen angewandt werden könnte. Während sich einige Kapitel auch stark mit der eigenen Identität der Leserinnen und Leser beschäftigen, widmet sich ebenso ein größerer Passus der Geschichte des Rassismus und versucht zu erklären, wie er entsteht.

"In einer rassistischen Gesellschaft reicht es nicht aus, nicht rassistisch zu sein. Wir müssen anti-rassistisch sein."– Angela Davis

Dass schließlich auch viele möglichen Aktivitäten vorgeschlagen werden, um sich gegen Rassismus zu stellen, versteht sich von selbst. Doch spätestens nach der Lektüre des Buches haben alle Lesenden auch gelernt, was „Savourisme“ ist. Die BIPoC (Black Indigenous People of Colour) wollen und müssen nicht gerettet werden, erklärt die Autorin in dem Buch. Es geht vielmehr darum, dass alle Menschen gleichermaßen gewertschätzt werden, die gleichen Rechte und Möglichkeiten geboten bekommen.

Empowerment könnte die Lösung heißen

Doch ganz gleich, ob institutioneller oder persönlicher Rassismus von Angehörigen der priviligierten weißen Gemeinschaft erkannt wird, gegen den Rassismus sollten sich alle solidarisieren.

Tiffany Jewell zeigt ihren Leserinnen und Lesern, wie sie ihr eigenes Verhalten dementsprechend hinterfragen – und als Folge ändern können. Da im Klappentext auch das Institut für Diskriminierungsfreie Bildung als Mit-Herausgeber genannt wird, kann das Buch bestimmt auch gut an Schulen eingesetzt werden.

Hier ein Podcast zum Thema , der auf www.diskriminierungsfreie-bildung.de verlinkt ist.

"Das Buch vom Antirassismus"
von Tiffany Jewell und Aurélia Durand
Übersetzt von Elvira Willems
Für junge Erwachsene von 10 -17 Jahren
Zuckersüß Verlag 164 Seiten | gebundene Ausgabe
ISBN 9783982137933

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