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Black Rain Hibakusha_ältere Frau

„Black Rain Hibakusha“

Fotoausstellung in der Galerie für Fotografie (GAF)

Aus Anlass des 75. Jahrestags des Atombomben-Abwurfs über Hiroshima.

  Jürgen Castendyk | 11.08.2020

Am 6. August jährte sich der Tag des Abwurfs einer Atombombe auf Hiroshima zum 75. Mal. Der erste Einsatz einer atomaren Bombe hatte verheerende Folgen für die Stadt und ihre 250.000 Einwohner. Die Feuerwalze, die die Bombe auslöste, verbrannte die typischen Holzhäuser in der City und mit ihnen 100.000 Menschen. An den Folgeschäden starben bis Ende 1945 weitere Zehntausende an Verbrennungen und radioaktiven Verstrahlungen, viele weitere auch in den Jahren danach.

Die Explosion der Bombe schleuderte Unmengen von radioaktivem Material in die Atmosphäre. Später verseuchte der Schwarze Regen (Black Rain) auch das Umland von Hiroshima und überzog alles mit vergiftetem Ruß. In Unkenntnis und aus schierer Not aßen die Überlebenden außerhalb des völlig zerstörten Stadtgebietes, die sogenannten Hibakusha, verseuchtes Gemüse aus eigenen Gärten und tranken radioaktives Wasser aus nahe gelegenen Bächen.

Überlebende aus einer festgelegten Zone von Hiroshima erhalten bis heute vom japanischen Staat Entschädigungen. Die Hibakusha blieben als Opfer von radioaktiver Strahlung weitgehend unbeachtet. Sie erhielten weder eine Anerkennung noch soziale Hilfen. Viele von ihnen wurden sogar diskriminiert und verheimlichen deshalb ihre Opferrolle.

Jährlich wird in Japan und aller Welt am Tag des Abwurfs der Bombe der Toten im Zentrum von Hiroshima gedacht. Auch in Hannover, der Partnerstadt von Hiroshima. Auf der Bult entstand eine Gedenkstätte: der Hiroshima Hain.

Black Rain Hibakusha_älterer Mann mit Brille
Black Rain Hibakusha_älterer Mann mit Brille

Der Fotograf Thomas Damm hat zahlreiche Hibakusha im Rahmen von zwei Aufenthalten in Japan besucht, mit ihnen gesprochen und sie fotografiert. Seine eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Portraits sollen an die vergessenen Opfer von Hiroshima erinnern. Damm verzichtete bei seinen Aufnahmen auf jedes Opferpathos, er zeigt die gealterten Menschen in ihrer Natürlichkeit. Ernst, manchmal voller Trauer, blicken die Menschen den Betrachter an.

Thomas Damm, geboren 1984 in Gießen, studierte unter anderem Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover und schloss mit einem Bachelor of Arts ab. Er absolvierte ein Auslandssemester an der Hiroshima City University. Für seine Fotoserie „Black Rain Hibakusha“ erhielt Damm den University Student Award.

Die Ausstellung der GAF in der Eisfabrik läuft noch bis zum 23. August.

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr.

Eintritt frei. Coronabedingte Voranmeldungen sind nicht erforderlich.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Projektes: „Hiroshima. Als die Sonne vom Himmel fiel“ werden noch bis September in der Eisfabrik stattfinden.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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