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Kinder

Corona und Kinder

Mit Abstand sich näher kommen

Ein Handout für Grundschulen zeigt, wie „Nähe und Distanz“ in Spielen vermittelt wird.

  Claudia Ermel | 11.07.2020

Illustration: Gesche Nommensen


„Svenja, zum Händewaschen,“ vernehme ich neuerdings durchs Küchenfenster, wenn die Eltern-Kind-Gruppe unten im Hof ihre kleinen Mitglieder einzeln zu den Waschbecken delegiert, damit alle die Hygieneregeln einhalten. Bestimmt gibt es dort jetzt Listen, wer sich wann die Hände gewaschen hat, vielleicht sogar eine Stoppuhr oder einen Abzählreim, um die Waschzeit zu bemessen.

Das Einhalten dieser Vorgabe des Infektionsschutzgesetzes scheint einigermaßen zu funktionieren. Die vorgegebenen Abstandsregeln können kleine Kinder jedoch beim Spielen wohl kaum immer einhalten. Doch der Lockdown wurde aufgehoben. Die Eltern-Kind-Gruppe bringt nun wieder Leben in unseren Hof. Endlich dürfen die Kleinen wieder zusammenkommen und rumtoben. Ich sehe sie wie früher mit ihren Laufrädern über den Hof flitzen, sich gegenseitig Bälle zuwerfen, höre sie lauthals ihre Rechte einfordern. Kinder wollen vor allen Dingen spielen. Sie wollen dabei mit anderen Kindern interagieren. Die neuen Hygieneregeln treffen kleine Kinder bestimmt besonders hart, da sie ja den Sinn noch nicht erfassen können. Deshalb gibt es jetzt phantasievolle Lernspiele zum Thema „Abstand und Nähe.“

Die Lotto-Toto-Stiftung hat zusammen mit dem Verein Icando eine Broschüre mit vielen einfachen Gruppenspielen aufgelegt, die Kinder spielerisch mit dem neuen „social distancing“ vertraut machen.

Wofür das gut sein soll?

„ Ziel der Maßnahme, die bereits seit einigen Wochen an zahlreichen Grundschulen erfolgreich umgesetzt wird, ist es, Schüler*innen bewegte Erfahrungsfelder zu eröffnen, in denen sie den Umgang mit Nähe und Distanz über Spiele und Übungen erlernen können. Das Unterstützungsprogramm stützt sich auf eine exklusiv erstellte digitale Handreichung, die neben einem umfangreichen Katalog mit Spielen und Übungen, ebenfalls Erläuterungen zum IcanDo-Konzept enthält. Diese Handreichung steht jetzt unter den beiden folgenden Links zum Download zur Verfügung:“

https://www.lotto-sport-stiftung.de/uploads/IcanDo_Handreichung-Naehe-und-Distanz.pdf
http://www.icando-verein.de/

Die enkelfähige Zukunft * beginnt nämlich genau jetzt. Es ist also nie zu früh dafür, dass unsere jüngsten Mitbürger*innen einbezogen werden. Die aktuelle Krise betrifft ausnahmslos alle Menschen. Und die neuen Konzepte der Begegnungen könnten vielleicht auch dazu beitragen, dass unsere Mehrheitsgesellschaft offener füreinander und toleranter für ihre Vielfalt wird. Der neue lokale Integrationsplan LiP 2.0 in Hannover will jedenfalls Teilhabe und Inklusion für alle. Trotz Abstandsregelungen und Maskenpflicht – wir kommen uns näher, denn Corona macht uns letztendlich alle gleich.

)* Der Begriff enkelfähige Zukunft wird oft im Rahmen von nachhaltigen Projekten verwendet und meint eine Zunkunft, die auch für unsere Enkel lebenswert ist.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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