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Coronavirus

Fast eine Glosse

Klopapier ist seit COVID-19 das neue Gold ! Ka**en wir gerade ab?

„Solidarität statt Hamstern?“ Wohl kaum, in dieser Gesellschaft von Egozentrikern.

  Claudia Ermel | 20.03.2020

Bereits mehrmals hat unsere Kanzlerin versichert, dass es keine Versorgungsengpässe geben würde. Warenverkehr und Einkaufsmöglichkeiten sollen weiter am Leben gehalten werden. Nur dass heutzutage keine und keiner mehr glaubt, dass Politikerworte einen langen Haltbarkeitswert haben. Zumal die Erfahrungen uns ja gelehrt haben, dass auch Angela Merkel zu abruptem Meinungswechsel fähig ist (Stichwort: Atomkraft).

Auch die zahlreichen, gerade spontan entstehenden Gruppen wie WE MAKE „Solidarität statt Hamstern“ oder Nachbarschaftshilfen in Zeiten von COVID-19 trösten nur über die Fakten hinweg, dass Super- und Drogeriemärkte gerade systematisch „leergeräubert“ werden. Jeden Tag aufs Neue. Dabei scheint insbesondere Toilettenpapier fast das „neue Gold“ zu sein. Wobei Papiertaschentücher und Küchenrollen sich derselben Beliebtheit erfreuen.

Dabei habe ich doch spätestens bei meinen ersten Auslandsreisen gelernt, dass durchaus eine Reinigung mit Wasser als mögliches Procedere nach dem Toilettengang auch praktikabel ist. Warum also ausgerechnet dieses panikartige Horten von Toilettenpaper? Kann mir das bitte mal ein Psychologe erklären? Klar, wenn ich mich auf einen längeren Aufenthalt zuhause einstellen muss, lege ich mir ein paar Vorräte an. Und dass Dosentomaten anscheinend auch gerade besonders begehrt sind, leuchtet mir (fast) ein. Aber zwischen ein wenig Vorratshaltung und Hamsterkäufen liegt für mich eine klare Grenze, die mit „Egoismus pur“ beschriftet ist.

Oder denkt mal jemand an jene Krankenschwester, die nicht die Zeit hat, nach Feierabend alle Läden nach einer Rolle Klopapier und einem Paket Spaghetti abzuklappern? Solidarität heißt auch, die eigenen Bedürfnisse so zu mäßigen, dass für alle etwas übrig bleibt, oder? Wenn ich dann andererseits vom Robert-Koch-Institut erfahre, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung die Pandemie bisher noch immer nicht ernst nimmt, bekomme auch ich Angst. Denn wie chaotisch wird es, wenn schließlich diese 25 % auch noch alle gleichzeitig die Geschäfte ausplündern?

Wie schön, dass ich wenigstens bei all dem Krisenscenario den Toilettenpapiernotstand für ausgemachten Schwachsinn halte. Ist wahrscheinlich irgend so eine Verschwörungstheorie - im Gegensatz zu COVID-19, der Virus ist real!

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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