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Frau Dr. Schelle-Wolff

Veranstaltung

Warum "Hannover Kosmopolitisch" uns alle angeht

Am Freitag, den 07.02.2020, präsentierten Akteure im FZH Linden gemeinsame Wege von Hannovers Stadtverwaltung, Migrant*innenorganisationen und Kulturschaffenden in eine kosmopolitische Zukunft.

  Claudia Ermel | 09.02.2020

Im Freizeitheim Linden waren am 7. Februar 2020 Vertreter*innen aus dem Kulturbereich der Stadt Hannover, vom MiSO-Netzwerk, den Vereinen Can Arkadas, kargah e.V., IIK, dem Afrikanischen Dachverband Nord, FAUST e.V. sowie Welt-in-Hannover.de und unabhängige Kunst-und Kulturschaffende zusammengekommen, um sich über die aktuellen Entwicklungen im hannoverschen Kulturbetrieb auszutauschen. Nachdem Hans-Michael Krüger vom Kulturzentrum FAUST erklärende Begrüßungsworte für das interessierte Auditorium gesprochen hatte, erläuterte Frau Dr. Schelle-Wolff als Vertreterin der Stadt Hannover, dass diese Veranstaltung einen wichtigen Knotenpunkt mehrerer Aktivitäten in jüngster Vergangenheit bildete. Frau Dr. Schelle-Wolff erklärte, dass hier drei parallel laufende Veranstaltungsreihen aufeinandertreffen und zusammenlaufen. Das Ziel sei, ein gleichberechtigtes Miteinander in der Stadtgesellschaft zu fördern. Es gehe dabei um Hannover Kosmopolitisch, den Kulturentwicklungsplan, der für die Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt essentiell sei und den Lokale Integrationsplan (LIP 2.0).

Hannover hüte als internationale Kulturstadt mit 178 Nationen und 72 Sprachen einen echten Schatz, den es als transkulturelles Netzwerk zu nutzen und auszubauen gelte. Dr. Schelle-Wolff lobte das große Interesse und Engagement von Vereinen, Kulturschaffenden und Migrant*innenselbstorganisationen an der kosmopolitischen Entwicklung der Landeshauptstadt. Sie kündigte mehr Offenheit der Stadtverwaltung für Impulse, Vernetzungen und Austausch über transkulturelles Zusammenleben an.

Welt in Hannover – Hannover in der Welt

Nachdem das Video von Welt-in-Hannover.de (WiH) mit kurzen Statements von Akteur*innen und Bürger*innen als Einstieg gezeigt wurde, referierte Dimitrij Czepurnyi von WiH über die Entwicklung von Hannover Kosmopolitisch. Nach einem kurzen Abriss über die bisherigen Zusammenkünfte erklärte er, dass die Leitvision, möglichst viele Genres, Kulturen und Akteure in eine interkulturelle Woche einzubeziehen oder bespielsweise einen Kulturnavigator zu kreieren, nur ein Bruchteil der vielen eingebrachten Ideen ausmachen.

Dr. Benedikt Poensgen gab in seinem Vortrag zum Kulturentwicklungsplan (KEP) das Leitziel „Hannover wird internationale Kulturstadt“ bekannt. Er meinte gleich zu Anfang „Der Weg ist das Ziel“. Die transkulturelle Öffnung, eine bessere Vernetzung und die Schaffung von Sichtbarkeit der einzelnen Aktionen seien nur Teilschritte. Es sei ebenso wichtig, Zugänge zu Fördermöglichkeiten zu kommunizieren bzw. diese zu schaffen. Dr. Poensgen kündigte an, dass diese Entwicklung bis 2030 gestaltet wird. Der Referent betonte, dass nichts von der Verwaltung „aufgestülpt“ werden soll. „Vereine und kleine Einheiten werden gezielt überall mit einbezogen“, betonte er. Für die nächste Woche versprach Dr. Poensgen zudem die Veröffentlichung der Ergebnisse zum KEP auf www.hannover.de.

Beim LiP 2.0 wird alles neu gedacht, auch der Name

Als letzter Sprecher stellte Björn Schönfeld als Vertreter der Landeshauptstadt Hannover für das Sachgebiet Integration den derzeitigen Sachstand zum Lokalen Integrationsplan (LIP 2.0) vor. Er betonte, dass es sich hier nur um einen Arbeitstitel handeln könne, dass auch der neue Bürgermeister Belit Onay sein Missfallen am Begriff „Integration“ erklärt habe. Schönfeld erläuterte die verschiedenen Themenfelder, die auf dem LIP-Kongress im Haus der Jugend in Arbeitsgruppen behandelt wurden und nannte die nächsten Termine: 25. März Veranstaltung zum LIP im Rathaus, bis Mitte April soll dann auch ein Online-Beteiligungstool geschaffen werden.

Bei der anschließenden Diskussion wurden verschiedene Forderungen gestellt. Diese umfassten eine „unabhängige“ Antidiskriminierungsstelle, interkulturelle Schulungen - auch für Jobcenter-Personal und Lehrkräfte und eine Sensibilisierung für Frauenquoten in allen Kultursparten. Ebenso gefordert wurden eine bessere Einbindung von Künstler*innen mit Migrationsgeschichte und mehr Mitspracherecht für die Jugend und für Migrant*innen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Immer wieder kam das Bedürfnis zur Sprache, dass Stadt und Gesellschaft sich noch mehr öffnen, diverser denken und handeln, weniger „deutsch“ sein sollten.

Ein "get together" mit Snacks gab allen im Anschluss noch Gelegenheit, sich in kleineren Runden auszutauschen .

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover