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Dela und Lydia

Interview mit Dela und Lydia

Wie Nachbarschaftshilfe immer größere Kreise zieht

In Ricklingen unterstützt ein Nachbarschaftstreff engagierte Migrantinnen bei ihren Selbsthilfeprojekten und fördert so das Miteinander aller Kulturen.

  Claudia Ermel | 16.02.2020

Foto: Martin Tönnies

Wenn Dela und Lydia sich heute an die Anfänge ihres Projektes erinnern, loben sie die tolle Hilfsbereitschaft des Nachbarschaftstreffs Gronostraße in Ricklingen. Hier hatten die beiden jungen Frauen anderen Migrant*innen geholfen, deren Deutschkenntnisse für Behördenbriefe oder ähnlichen Schriftverkehr noch nicht ausreichten. Als die beiden dann schießlich eigene Sprachkurse organisieren wollten, halfen die Ehrenamtlichen des Nachbarschaftstreffs bei der Gründung eines Vereins und bei der Suche nach Lehrkräften. Der Nachbarschaftstreff Gronostraße stellte schließlich auch die Räumlichkeiten zur Verfügung. Nun kann der interkulturell ausgerichtete Verein Fokus e.V. „Gemeinsam mit Fokus e.V. die Zukunft in Hannover gestalten“ mit weiteren Aktionen starten.

Es gibt noch viele Ideen

Unterdessen bietet der Verein neben Deutsch- auch Englischkurse und Tanzkurse für Kinder an. Ein Tanzkurs für Erwachsene scheiterte bisher an den fehlenden Räumlichkeiten dafür. Jetzt sollen aber für die Kinder des Tanzkurses erst einmal Trikots geschneidert werden. Schwimmkurse für Frauen und auch für Kinder sind geplant.

Das nächste Projekt mit qualifizierten Vorträgen zur Berufsberatung für Frauen und über das niedersächsische Schulsystem für deren Kinder ist bereits in Planung. „Gerade Alleinerziehende mit wenig Erfahrungen in Deutschland wissen nicht, welche Möglichkeiten sie hier wahrnehmen können,“ sagt Dela.

Ein schöner Nebeneffekt dieser ganzen Aktionen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe ist, dass sich die Kontakte und Vernetzungen immer mehr ausweiten. So hatten die Frauen eigentlich nur zusammen mit einer Hilfesuchenden nach einem Kindergartenplatz geforscht, als das Kinderzentrum Bemerode auf sie aufmerksam wurde. Beim nächsten Fest des Zentrums boten die afrikanischen Frauen aus der Gronostraße Haare flechten, Kindertanz und –spiele an. Auch beim letzten Massala-Festival waren sie dabei. Kontakte zum Afrikanischen Dachverband Norddeutschland und zum Kulturzentrum FAUST führten schließlich zu einer Veranstaltung über vegetarisches afrikanisches Essen. Denn Delas Leidenschaft gilt dem Kochen. Beim europäischen Nachbarschaftstag am 29. Mai wird sie daher in Ricklingen auch wieder Kostproben ihrer Speisen anbieten. Wie bereits Ende 2019 bei „Afrika goes Vegetarian“ bei FAUST e.V. werden dort auf dem Festplatz afrikanische Gaumenfreuden angeboten. Neben afrikanischen Spielen, Haare flechten, Schmuck und Musik wird Fokus e.V. diverse Snacks präsentieren.

Ein kosmopolitisches Hannover?

„Um in Deutschland integriert zu werden, ist der wichtigste Schritt, die deutsche Sprache zu erlernen “, sagt Dela, nicht nur deshalb wollen die beiden Frauen aus Ghana auch ihre eigene Sprachausbildung weiter verbessern. Und sie möchten vor allen Dingen ihre Kontakte mit deutschen Muttersprachler*innen noch mehr ausbauen. Sie wünschen sich, dass ein offenerer Umgang miteinander zu mehr Verständnis und vielleicht auch zu Freundschaften führt. „Wir haben inzwischen ein gutes Netzwerk aufgebaut, in dieser Zeit bekamen wir viel Unterstützung. Wir wissen aber, wie schwierig der Weg ist, um sich in Hannover selbständig und selbstbewusst zurechtzufinden“.

Lasst uns im kosmopolitischen Hannover also „gemeinsam mit Fokus e.V. die Zukunft in Hannover gestalten“.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover