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Vereinsmitglieder vom Netzwerk Archive im April 2018

Stadtgeschichte Hannover

Digitales Stadtteilarchiv Linden-Limmer

Kostenloser Service für die geschichtsinteressierte Öffentlichkeit.

  Walther Engel | Wolfgang Becker | 06.01.2020

100 Jahre nach der Vereinigung von Hannover und Linden ist pünktlich zum neuen Jahr 2020 Hannovers erstes digitales Stadtteilarchiv online gegangen.

Wer tiefer in die Geschichte des Stadtteils Linden-Limmer eintauchen will, bekommt jetzt einen besonderen Service geboten: Das Netzwerk Archive Linden-Limmer e.V. stellt ein Projekt vor, an dem Mitglieder des gemeinnützigen Vereins seit drei Jahren intensiv gearbeitet haben. Das „Digitale Stadtteilarchiv Linden-Limmer“ ging zum Jahreswechsel ans Netz.

Als 2011 das Lindener Stadtteilgeschichts-Netzwerk gegründet wurde, war die Idee, die bei vielen Vereinsmitgliedern schlummernden Schätze öffentlich zugänglich zu machen. Stand anfangs noch die Suche nach Räumlichkeiten für ein „analoges“ Stadtteilarchiv im Vordergrund, so wurde im Laufe der Zeit immer deutlicher, dass ein digitales Archiv – insbesondere für die Nutzerinnen und Nutzer – erhebliche Vorteile hat: rund um die Uhr geöffnet, ohne Beschränkungen bequem zugänglich und kostenlos zu nutzen.

Viktoriastraße im Juli 1979 - Roter Bauwagen mit Transparenten
Viktoriastraße im Juli 1979 - Roter Bauwagen mit Transparenten
Viktoriastraße im Juli 1979 - Roter Bauwagen mit Transparenten
Viktoriastraße im Juli 1979 - Roter Bauwagen mit Transparenten

Digitalisierung und kostenlose Bereitstellung privater Schätze

Auch für Vereinsmitglieder, die sich schon länger Gedanken gemacht hatten, was mit ihren Bildern, Broschüren, Büchern und anderen Materialien passiert, wenn sich Kinder und Enkel nicht dafür interessieren, ist die digitale Lösung ein großer Gewinn. So können zumindest Teile ihrer wertvollen Erinnerungen für die Nachwelt erhalten werden, ohne dass sie auf den Müll landen.

Der kleine Wermutstropfen ist allerdings das mühselige, zeitaufwendige Scannen und Beschreiben von Dokumenten. Diese Arbeit fällt nicht allen Vereinsmitgliedern gleichermaßen leicht, vor allem, wenn man bedenkt, dass einige bald ihrer 90. Geburtstag feiern werden.

Im Gegensatz zu anderen Webseiten zur Regionalgeschichte, die schwerpunktmäßig auf thematisch-inhaltliche Textbeiträge ausgerichtet sind, stellt das Lindener Digitalarchiv ganz bewusst das Einzeldokument in den Mittelpunkt.

Durch verschiedene Suchroutinen kann sich jeder selbst Dokumente nach seinen speziellen Erkenntnisinteressen zusammenstellen und inhaltliche Querverbindungen herstellen. Dabei helfen knappe erläuternde Texte unter fast allen Dokumenten.

Charlottenstraße 31, 1. Mai 1975
Charlottenstraße 31, 1. Mai 1975
Charlottenstraße 31, 1. Mai 1975
Charlottenstraße 31, 1. Mai 1975

Ein Zusatzangebot zu anderen vorhandenen Archiven

In Konkurrenz zu professionellen Archiven sehen sich die Lindener Netzwerker nicht. Ihnen geht es vorrangig um die Darstellung von allen Facetten des Alltagslebens. Dazu zählen Familienbilder, Klassenfotos oder Privatdokumente ebenso wie Vereinschroniken, Festschriften oder Anzeigen von Lindener Geschäften und Firmen. Das müssen nicht immer Original-Dokumente in vollständiger Länge sein. Damit gehen die Lindener Netzwerker relativ entspannt um. Auch Kopien oder kurze Textauszüge aus umfangreicheren Schriften können interessante historische Informationen übermitteln. Bei alten Karten und Stadtplänen, die sich aufgrund ihres sperrigen Formats sowieso nicht leicht scannen lassen, sind in der Regel nur die den Stadtteil betreffenden Ausschnitte wiedergegeben.

Das Archiv umfasst bereits mehr als 700 Dokumente

Mit über 700 Dokumenten bietet das Lindener Digitalarchiv schon jetzt vielfältige Anregungen, sich mit der Geschichte seines unmittelbaren Wohnumfeldes zu beschäftigen. Lücken sollen nach und nach, auch mit Unterstützung aus dem Stadtteil, geschlossen werden.

Oft sagen Bilder mehr als Worte. Zu den Sahnestückchen im Digitalen Stadtteilarchiv zählen zweifellos in der Sammlung der MedienWerkstatt Linden die in dieser Fülle bisher unveröffentlichten Fotos von Heinz-Jörgen Kunze-von-Hardenberg über die Stadtteilsanierung in den 1970er Jahren oder die Schwarz-Weiß-Fotoserien von Horst Bohne zum Bau des West-Schnellwegs (1959), des Heizkraftwerks (1960) oder des Ihme-Zentrums (1973).

Auf ein Dokument darf man besonders gespannt sein: Genau 100 Jahre nach der Vereinigung der Städte Hannover und Linden am 1.1.1920 wird die Öffentlichkeit zum ersten Mal die vom Magistrat Hannovers herausgegebenen Protokolle der Verhandlungen mit der Stadt Linden aus dem Jahre 1919 einsehen können. Bequem zu Hause am Bildschirm: Digitales Stadtteilarchiv Linden-Limmer.

Fotos: Titelfoto und Charlottenstraße von Wolfgang Becker, Viktoriastraße von Heinz-Jörgen Kunze-von-Hardenberg

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover