Welt-in-Hannover.de Welt-in-Hannover.de Welt-in-Hannover.de Welt-in-Hannover.de
Abriss Conti-Fabrik

Wasserstadt Limmer

Neue Hoffnung für alte Conti-Fabriken

Investor Papenburg setzte bisher ganz auf Abriss. Doch nachdem die Stadt ihm die Genehmigung dazu verwehrt hat, haben sich jetzt engagierte Projektentwickler angemeldet.

  Wolfgang Becker | 02.09.2019

"Ein Abriss ist nach Denkmalrecht wohl nicht mehr zu genehmigen, wenn jemand die Gebäude bewahren will", so der Architekt Dirk Felsmann im HAZ-Interview vom 28.08.2019. Gemeinsam mit seinem Partner Gert Meinhof will er die Reste der leerstehenden Contifabriken in Limmer erwerben und zu Wohnungen umbauen.

Die Rede ist von den ehemaligen Fabrikgebäuden der Continental AG. Noch stehen die letzten von ihnen am Rande des Geländes der zukünftigen Wasserstadt Limmer. Ob die Ruinen zwischen Wunstorfer Straße und Kanal zu sanieren sind, ist seit langem umstritten. Zwei Jahrzehnte ungesicherter Leerstand verbunden mit Vandalismus haben die denkmalgeschützten Fabriken zu Ruinen gemacht. Eigentümer ist der millionenschwere Bauunternehmer Günter Papenburg (80).

Er hat jetzt ein seriöses Übernahmeangebot: Die Projektentwickler Felsmann und Meinhof bringen eine langjährige Erfahrung in der Umnutzung ehemaliger Gewerbebauten mit und sind weit über die Grenzen der Landeshauptstadt erfolgreich. In Linden etwa ist ihr Werken mit der Wurstfabrik Ahrberg in Linden-Süd, der Hautklinik am Schwarzen Bär sowie der Uhlhornkirche in Linden-Nord verbunden - aus dem Gotteshaus wurden aktuell Studentenwohnungen.

In Limmer wartet eine besondere Herausforderung auf die Projektentwickler: In den Gemäuern gab oder gibt es Umweltgifte aus der Gummiproduktion der Continental-Werke. "Das darf man nicht verharmlosen", sagt Felsmann der HAZ, sieht aber sehr wohl technische Lösungen beim Umbau. Die Existenz dieser krebserregenden Nitrosamine war jahrelang ein Zankapfel zwischen Papenburg und der Bürgerinitiative Wasserstadt, die sich vehement für einen Erhalt der Altgebäude einsetzt und von der neuesten, erfreulichen Entwicklung erst aus der Zeitung erfuhr.

"Bei den letzten Gutachten, die endlich öffentlich gemacht werden müssen, waren die Nitrosamine unterhalb der Nachweisgrenze", sagt BI Sprecher Uwe Staade, "trotzdem hat Papenburg den Abriss beantragt". Dieser ist nun – nach der Ablehnung durch das städtische Baudezernat – erstmal vom Tisch. Man darf abwarten, ob Günter Papenburg zu seinem Angebot steht, die Fabrikgebäude für einen symbolischen Euro abzugeben. Und hoffen, dass die stadtbildprägenden Großbauten erhalten bleiben.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover