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Victor vom Afropäa e. V.

Portrait

Visionen für Afrika gemeinsam denken

Afropäa ist ein kleiner Verein, der vorhandene Beziehungen und Initiativen zwischen Afrika und Europa bündelt und stärkt.

  Claudia Ermel | 29.09.2017

Afroorientierte Projekte, organisiert in Hannover mit Afrikanern und anderen Mitgliedern der afropäischen Szene, bilden eine selbstbestimmte Community, die sich für eine gemeinsame Zukunft auf der Erde einsetzt.

Wir trafen Victor, als er einen Stand für seinen Verein Afropäa auf der Wiese von FAUST e.V. aufbauen wollte. Die Veranstaltungen „Mit Sicherheit gut ankommen“ und “Philosophie zwischen Schwarz und weiß“ sollten dort gemeinschaftlich stattfinden. Sein eigenes Regendach hatte er, im Gegensatz zu uns, dabei. Dafür hatten wir reichlich Tische vom Veranstalter bekommen. Für seinen noch sehr jungen Verein hatte er einige „Handouts“ zum Auslegen dabei. Einer unserer Tische reichte ihm völlig aus. Wir erfuhren, dass wir durch den Afrikanischen Dachverband, der ja einen wichtigen Teil der beiden Veranstaltungstage mit organisierte, eine gemeinsame Bezugsperson hatten. Victor hatte sogar vor zwei Jahren, als WiH einen Artikel zur Ausstellung Schwarz-Weiß-Deutsch im Haus der IG Bergbau-Chemie-Energie am Königsworther Platz veröffentlichte, die Eröffnungsveranstaltung der gleichen Ausstellung im Haus der Jugend organisiert. Abayomi Bankole vom ADV Nord ist also ein gemeinsamer Bekannter von uns, stellten wir fest.

Nächste Generation als Chance
Abayomi habe ihn auch ermutigt, seine Visionen zu Afropäa zu realisieren, erzählte Victor, der sich zur „nächsten Generation“ zählt. Im Gegensatz zu Abayomi steht er in den Anfängen seiner beruflichen Laufbahn. Victor ist in Deutschland geboren, (sein Vater ist aus Ghana, seine Mutter aus Aurich in Ostfriesland). Die Familie besitzt in der Ashanti Region in Ghana ein Haus, das dort von einheimischen Verwandten seines Vaters versorgt wird. Victor fühlt sich durchaus, trotz seiner deutschen Kindheit und Sozialisation, ebenso in Ghana zuhause wie seine zahlreichen Verwandten dort. Doch er glaubt an eine allmähliche Annäherung der afrikanischen und der europäischen Kulturen. Die größeren Chancen dafür sieht er für seine Generation – im Gegensatz zur Vergangenheit - in dem selbstverständlichen Umgang jüngerer Menschen mit neuen Technologien und Medien.

Mehr Gelassenheit in Ghana
Victor selbst hat sich für ein Studium der Verfahrens-, Energie-, und Umwelttechnik entschieden. In Ghana hatte er ein Praktikum in einer NGO, der ESPA (Environmental Service Providers Association) im Bereich Waste Management (Abfallwirtschaft) absolviert und sich für diesen Schwerpunkt entschieden. Das Praktikum in dem Land, das er sonst nur aus Urlauben und durch Familienfeiern kannte, gab ihm Einblick in den Alltag und die Arbeitsmentalität einer Kultur, von der ihm bisher nur die Sonnenseite bekannt war. Durch regelmäßige Aufenthalte erlebte er, dass die Menschen in Ghana in allen Lebensbereichen eine größere Gelassenheit zeigen, als er es aus Deutschland kennt.

Ein Grund mehr für ihn, Afropäa zu gründen, um Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammenzubringen. Die Mitglieder von Afropäa kommen aus Uganda, dem Iran, Nigeria, Kenia, Ghana, Kamerun und natürlich aus Hannover. Workshops z. B. zur afrikanisch-deutschen Identität, ein Stammtisch als Orientierungsplattform für Migranten und verschiedene kulturelle Veranstaltungen gehören bisher zu ihren Aktivitäten. Eine Homepage ist im Aufbau.

Kontakt: victor@afropaea.clubdesk.com

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover