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Hannover kosmopolitisch bei FAUST

Veranstaltung

Hannover kosmopolitisch: Vielheit gemeinsam leben

Am 24. Juni wurde bei tropischem Klima in der gut besuchten FAUST Warenannahme in Vorträgen, Gesprächsrunden und vier Workshops ein wichtiger Schritt von der Vision zur Praxis getan.

  Claudia Ermel | 02.07.2019

„Eine kosmopolitische Stadt – damit meine ich eine funktionierende und lebendige Stadtgemeinschaft, in der das Zusammenleben von immer mehr Menschen unterschiedlicher Herkunft als gegenseitige Bereicherung für alle erlebbar ist und aktiv gestaltet werden kann,“ verkündete Frau Dr. Schelle-Wolf, Fachbereichsleitung Kultur der Stadt Hannover, in ihrer Begrüßungsrede. „Um diese spannende und ehrgeizige Fragestellung soll es heute Abend gehen! Ich möchte darauf erst einmal antworten, dass Hannover in meiner Wahrnehmung bereits eine internationale und sehr weltoffene Stadt ist, in der sehr viele Kosmopoliten und Kosmopolitinnen leben und sich engagieren. Dies belegen schon einfache Zahlen und Fakten. 178 Nationen und 72 Sprachen sind in Hannover zuhause und fast die Hälfte aller Familien hat eine Migrationsgeschichte.“

In mehreren Vorträgen und einer Podiumsdiskussion wurde das Publikum mit der kosmopolitischen Thematik, dem Welthaus-Modell, Mehrsprachigkeit und Mehrfachidentitäten bekannt gemacht. Anschließend erhielten die Teilnehmer*innen Gelegenheit, in vier Werkstatt-Gruppen ihre gemeinsame Vision der kulturellen Vielfalt Hannovers zu erörtern. Sie diskutierten über eine noch bessere Integrationsarbeit, mehr Diversität und Dialogbereitschaft, aber auch über die Möglichkeiten der Projektförderung und Finanzierung durch die Stadt.

Werkstatt 1: Ein kosmopolitischer Ort für Hannover
Werkstatt 2: Unsere Vision vermitteln – Öffentlichkeitsarbeit für die Welthaus-Idee
Werkstatt 3: Zusammen stärker und sichtbar werden – neue gemeinsame Formate entwickeln
Werkstatt 4: Mehrfachidentitäten und Kosmopolitismus – Was bedeutet das für die Kulturarbeit?

Unter der Leitung kundiger Moderator*innen formierten sich engagierte Gesprächsgruppen, die ihre Visionen und Erkenntnisse schließlich auf Flipcharts zusammenfassten und im Anschluss dem gesamten Forum vortrugen. Erste Ergebnisse wurden präsentiert:

  • Es müssen mehr Dialoge geschaffen werden
  • Stadt als Knotenpunkt für Netzwerke
  • Rahmenbedingungen müssen gestellt werden
  • Bessere/ fairere Finanzierung der Stadt
  • Vermehrte Projektförderungen
  • Öfter interkulturelle Veranstaltungen organisieren
  • Mehr Diversität ermöglichen
  • Besserer Zugang zur Hochkultur: Alte Kulturinstitutionen müssen ich mehr öffnen

Janika Millan, Sachgebietsleitung Internationale Kultur, stellte abschließend heraus, wie groß doch das Interesse an einem kosmopolitischen Hannover sei und daran, die Zusammenarbeit und Vernetzung weiter auszubauen.

Die kosmopolitische Zukunft Hannovers

Deshalb war nun am 2.7. in der FAUST Warenannahme ein Treffen zur Nachbereitung der Veranstaltung anberaumt, bei dem eine Vertiefung der wesentlichen Ergebnisse diskutiert wurde. Eigentlich war der Plan, sämtliche Workshops gleichberechtigt durchzusprechen. Doch die Idee eines Welthauses in Hannover, in welcher Form auch immer, war immer wieder Gesprächsmittelpunkt in diem Meeting. Der allgemeine Tenor war aber, ganz unabhängig von der Welthaus-Vision, dass Interkultur, die Vielheit der Stadtgesellschaft, von allen Bewohner*innen gemeinsam gestaltet werden soll. Mit partizipativen Rahmenbedingungen, die viele verschiedene Gruppen einbeziehen. Vielfalt soll in der Stadt, in der Bevölkerung, auf den Straßen sichtbar und erlebbar sein. Dass auch die bereits bestehenden Begegnungsorte und Netzwerke sich noch weiter öffnen sollten, wurde angesprochen. Ideen, wie flexiblere Rahmen für künstlerisches Engagement, neue Formate für Öffentlichkeitsarbeit und Knotenpunkte überall in der Stadt, Lotsenprojekte und neue Fördermodelle sollen in den Kulturentwicklungsplan einfließen. Eine der in der Gesprächsrunde gewonnenen Erkenntnisse war, dass der Kulturentwicklungsplan inhaltlich eng mit dem Lokalen Integrationsplan (LIP), den auf der Veranstaltung "Hannover kosmopolitisch" formulierten Zielen sowie der Bewerbung Hannovers als Kulturhauptstadt 2025 zusammenhängt.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover