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Publikum LIP

LIP Zukunftskongress 2019

Hier Jetzt Alle für Europa

Was hat der Zukunftskongress zum LIP (Lokaler Integrations Plan), der am 15.06.19 in der Faust Warenannahme stattfand, mit Hannover 2025 zu tun? (Kommentar)

  Claudia Ermel | 18.06.2019

Warum der Plan für Integration zum Konzept für eine bunte Vielfaltsgesellschaft werden sollte, und nicht etwa zum „Migrant*innen müssen sich an hier bereits bestehende Gegebenheiten anpassen“, wurde beim Zukunftskongress am 15.6. in der FAUST Warenannahme sehr schnell in mehreren Beiträgen artikuliert.

Doch als es darum ging, wie erreicht werden könnte, dass möglichst alle Menschen sich und ihre Kultur füreinander öffnen, wurde sehr schnell eines klar: Die großmundige Parole des Kulturhauptstadtbüros: Hier Jetzt Alle für Europa wird nur funktionieren, wenn mehr niedrigschwellige Zugänge auch für Einzelne und Randgruppen geschaffen werden. (Das Kulturhauptstadtbüro erarbeitet gerade das Konzept für die Bewerbung Hannovers als europäische Kulturhauptstadt 2025).

Dass solch ein Zugang für ALLE über Kunst und Kultur funktionieren kann, aber auch über Sport oder einfach zwanglose ‚GetTogethers‘, wurde längst von Vereinen und Gruppen erkannt. Doch dass auch eine noch stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft auf mehreren Ebenen gefragt ist, wurde auf dem Kongress ebenfalls klar. Rassismus und Ausgrenzung existieren auch hier in Hannover, es gilt also, auf vielfältige Weise das Zusammenleben ALLER aufzuwerten.

Immerhin sind unterdessen in der Stadtverwaltung für alle Mitarbeiter*innen die interkulturellen Schulungen Pflicht. Und die Ausländerbehörde wurde jüngst in Willkommensbehörde umbenannt. Doch bei der Umsetzung des LIP geht es nicht um Formalia und bloße Lippenbekenntnisse. Es geht darum, dass in der Stadtgesellschaft alle respektiert, akzeptiert und eingebunden werden. Bereits in einigen Wortbeiträgen aus dem Publikum zeigte sich beim Zukunftskunftskongress, wie kleinteilig und gleichzeitig existenziell die Probleme in den verschiedenen Lebenswirklichkeiten von Menschen mit Migrationsgeschichte (und auch ohne), sein können. Neben Sprache, Religion und unterschiedlicher Sozialisierung gibt es ja auch die großen Fragen wie Gerechtigkeit, Bildung und Mitbestimmung. Ja, ALLE sollen in einer Demokratie überall mitmischen dürfen. Doch wie ALLE motiviert werden, sich auch einzubringen, das bedarf wohl noch vieler innovativer Ideen.

Jedoch wenn einzelne Gruppen hierfür einfach nur eine Räumlichkeit oder irgendein Equipment benötigen, sollten zumindest dafür Lösungen und Ansprechpersonen existieren. Das längst angedachte und oft diskutierte Haus der Kulturen wäre bestimmt ein guter Schritt in Richtung Hannover 2025. Nachdem nun endlich zahlreiche Schulgebäude saniert wurden, könnte neben der Bildung das Kulturelle wieder ein wichtiger Pfeiler der „Einheit in der Vielfalt“ (Zitat: Gottfried Wilhelm Leibniz 1646 - 1716), werden.

Zitat von der Website des Teams der europäischen Kulturhauptstadt Hannover 2025: „HIER JETZT ALLE. ALLE begegnen sich durch Kultur. ALLE heißt viele – in Hannover und Europa. ALLE ist die „Einheit in der Vielfalt“, ganz im Sinne des großen Europäers Gottfried Wilhelm Leibniz.“

Glossar zum Text

  • angedacht = als Möglichkeit erwogen, über etwas nachdenken
  • Equipment = Ausstattung, Werkzeuge, zum Beispiel Musikinstrumente oder Filmprojektor
  • Formalia = inhaltslose neue Bezeichnung, ohne dass die Sache selbst eine Änderung erfährt
  • Get Together = englisch für "Zusammenkunft"
  • kleinteilig = etwas betrifft viele kleine Probleme, die aber alle unterschiedlich sind
  • Lebenswirklichkeit = der reale Alltag
  • Lippenbekenntnis = etwas sagen, aber nicht tun
  • mitmischen = aktiv teilnehmen, mitmachen
  • niedrigschwellig = unabhängig von Bildungs- oder Sprachniveau
  • Pfeiler = Stützsäule bei Gebäuden
  • Sozialisierung = wie sich eine Person in einem neuen Lebensumfeld orientiert und mit Menschen zusammentut
  • vollmundig/großmundig = etwas versprechen, dessen Verwirklichung wenig realistisch ist

Zum Zukunftskongreß gibt es ebenfalls ein Video.


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Fotos von Martin Tönnies

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