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die insel theatergruppe

Theaterpremiere

Von Demokratie und Vielfalt

Der Gesellschaftsfonds Zusammenleben hat das Theaterprojekt ermöglicht, das seine Premiere nun im Freizeitheim Vahrenwald erfolgreich auf die Bühne brachte.

  Claudia Ermel | 01.06.2019

Von Demokratie und Vielfalt

Die Symbolik drängt sich dem Publikum regelrecht auf: 'Wir sind eine bunte Truppe' scheint das Mosaik aus 13 jungen Menschen zu rufen, deren Bekleidung in kräftigen Buntstiftfarben starke Akzente setzt und Diversität visualisiert.

In der Theaterinszenierung, mit der die jungen Studierenden der Leibniz Universität zusammen mit Geflüchteten und Migrant*innen jetzt im Freizeitheim Vahrenwald ihre Premiere feierten, bieten starke Metaphern und Symboliken den Rahmen für ein Kaleidoskop aus Situationen, Haltungen und Meinungen der einzelnen Protagonist*innen. Gemeinsam mit dem Regisseur und Theaterpädagogen Shwan Karim haben die Darstellenden das Stück selbst entwickelt und geschrieben. Die jungen Akteure, überwiegend Laienschauspieler*innen, verarbeiteten dabei eigene biografische Erfahrungen und persönliche Sichtweisen in dem Schauspiel.

Die Thematik des Theaterstücks:

Durch einen Flugzeugabsturz gemeinsam auf einer einsamen Insel zusammengepfercht, erproben 13 junge Leute das gemeinsame Überleben und damit auch das Zusammenleben. Dass Demokratie ihre Gesellschaft regeln soll, wird schnell vereinbart. Die Frage, was aber genau Demokratie bedeutet, zeigt schnell, wie sich die Geister teilen.

„Du weißt nicht was Demokratie ist? Ich sage dir, was Demokratie ist.“ Prompt zersplittert die Einigkeit in viele verschiedene Sichtweisen.

„Demokratie ist, wenn die Bushaltestelle genau vor meiner Haustür ist.“
„Demokratie ist, wenn ich meinen Nachbarn grüßen kann oder eben auch nicht.“
„Demokratie ist, wenn ich alle Bücher lesen darf.“
„Demokratie ist, wenn ich ein Theaterstück aufführen darf, ohne die Religion zu fragen.“
Demokratie bedeutet für jede und jeden etwas anderes.

Auch als die Frage auftaucht, was zum Leben unbedingt wichtig ist, variieren die Meinungen vom Schwerpunkt Essen bis zum Internet. Und als die Idee aufkommt, eine gemeinsame Stadt zu bauen, in der alle zusammen leben könnten, wandert der gesamte Pulk von einer Ecke der Bühne zur nächsten, immer wieder den Vorschlägen einzelner folgend, wo der schönste Standort dafür ist.

Die gesamte Inszenierung fügt sich so in Situationen und Bildern zusammen, spiegelt die Komplexität einer vielfältigen Gesellschaft wider. Schnappschussartig wird in einzelnen Szenen gezeigt, wie gesellschaftliches Miteinander sich in einer außergewöhnlichen Ausnahmesituation darstellen könnte. Welch profane Fallstricke sich im Zusammenleben zeigen. Wie mühsam in einer "echten" Demokratie die Wege zu einem gemeinsamen Konsens sind.

Weitere Aufführungen finden am 3.6. und am 6.6. um 19.00 Uhr im Kulturzentrum FAUST e.V. statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind immer willkommen.

Dr. Amalia Sdroulia, die bereits mit „die Sprache auf die Bühne bringen.“ ihrer Sprachlernschüler*innen bei einem Ideenwettbewerb des Gesellschaftsfonds Zusammenleben der Landeshauptstadt Hannover gewonnen hatte, war gemeinsam mit Prof. Dr. Christiane Lemke Initiatorin dieses Projektes. Bei "die Insel" wirkt Amalia auch als Schauspielerin mit.

die insel verfremdet
Szene aus "die Insel"
die insel verfremdet
Szene aus "die Insel"

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover