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Fluss der Poesie

Vielfalt der Sprache(n)

Bei einer mehrsprachigen Lesung in der kargah-Bibliothek lauschten rund 30 Menschen arabischen, kurdischen, spanischen und deutschen Gedichten.

  Torben Danielowski | 10.04.2019

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Im Hintergrund Zerdeştê kal, Katrin Apelt (Organisatorin) und Ismail Hussein (v.l.n.r.)
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Im Hintergrund Zerdeştê kal, Katrin Apelt (Organisatorin) und Ismail Hussein (v.l.n.r.)

Unter dem Titel „Fluss der Poesie“ lud kargah e. V. am 04.04.2019 in die iranische Bibliothek des Vereins ein. Mehrere Poet*innen waren zu Gast, um ihre Werke dem Publikum vorzutragen. Das Besondere: Die Meisten der Texte wurden sowohl auf ihrer Ursprungssprache als auch auf Deutsch verlesen. Durch diese sprachliche Vielfalt entstand nicht nur ein besonderes lyrisches Erlebnis, sondern auch ein Moment der Begegnung zwischen unterschiedlichen Kulturen.

Die kargah-Bibliothek bildete mit ihrer einzigartigen Atmosphäre den idealen Rahmen für die Lesung, die musikalisch von Ismail Hussein am Piano begleitet wurde. Die Autor*innen trugen ihre Gedichte zunächst in ihrer Muttersprache vor, ehe die deutschen Übersetzungen von kargah-Kolleg*innen vorgelesen wurden.

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Majda Dari (l.)
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Majda Dari (l.)

Vielfalt der Sprache – Vielfalt der Themen

Den Anfang machte Malena Salas Gomez, die aus Argentinien stammt und seit 2006 in Deutschland lebt. Ihre Gedichte handelten unter anderem von Kindheitserinnerungen und Don Quijote, verarbeiteten aber auch Kriegserfahrungen. Um den türkischen Angriffskrieg in Afrin drehte sich auch ein Text der kurdisch-nordamerikanischen Autorin Majda Dari. Insgesamt waren ihre Werke durch poetische Bilder und das Spiel mit der Sprache geprägt. So auch die Arbeiten von Julia Sander, die ihre Gedichte auf Deutsch vorlas, bevor sie Abdulrahman Afif, der für die meisten der Übersetzungen verantwortlich war, auf Arabisch vortrug.

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Abdullatif Al Huseini
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Abdullatif Al Huseini

Arabisch ist auch die Sprache, in der Abdullatif Al Huseini, dessen Gedichte sich vor allem um Liebe und wortreiche Liebeserklärungen drehten, seine Lyrik verfasst. Gleiches gilt für die Werke von Zerdeştê kal, der auf Kurdisch den Abschluss machte. Dass er nicht nur Autor, sondern auch Schauspieler ist, war unübersehbar. Er trug seine Beiträge frei und besonders eindrucksvoll vor, indem er sowohl mimisch als auch gestisch mit ganzer Leidenschaft dabei war. Er hoffe, seine Gedichte möglichst bald selbst auch auf Deutsch präsentieren zu können.

Moment der Begegnung

Im Anschluss an das Programm war die Geräuschkulisse der Bibliothek durch viele Gespräche in verschiedensten Sprachen geprägt. Angeregt tauschten sich die Poet*innen und ihre Zuhörer*innen über die Lyrik aus – und wahrscheinlich über noch viel mehr. Der interkulturelle Austausch und ein Moment der Begegnung lagen deutlich spürbar in der Luft. Eine rundum gelungene Veranstaltung mit Wiederholungsbedarf!

Bilder: Dimitrij Czepurnyi

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Wir stellen nach und nach die Gedichttexte in unser Kaleidoskop ein. Den Anfang macht der Text: "Wie kann ich sie Buchstabe für Buchstabe sammeln?" von Abdullatif Al Husseini.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover