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Criticall Mass  am Küchengarten

Fahrraddemo und Kundgebung

"Die Stadt gehört uns allen!"

Eine critical mass unternahm Samstagmittag eine Fahrraddemo, die einige Gentrifizierungspunkte in Hannover anfuhr. Danach gab es für alle Essen, Musik und eine Kundgebung auf dem Küchengartenplatz.

  Claudia Ermel | 06.04.2019

critical mass am küchengarten
beim gemeinsamen Essen über Gentrifizierung diskutieren
critical mass am küchengarten
beim gemeinsamen Essen über Gentrifizierung diskutieren

Ob fridays for future, die Sammelbewegung Aufstehen, Buen Vivir oder nun die Initiative gegen den Mietenwahnsinn, die Ziele überschneiden sich zumindest immer. Bei all diesen Bewegungen geht es darum, unsere Umwelt, die Solidargemeinschaft, das Leben von Mensch und Tier, die Gesundheit aller vor Profit und wirtschaftliche Vorteile zu stellen. Die Fahrraddemo am 6. April gegen Gentrifizierung beziehungsweise gegen private Großinvestoren im sozialen Wohnungsbau gehörte dazu.

An diesem Samstag kamen an der Christuskirche in der Nordstadt-Hannover ca, 150 Menschen zusammen, um per Fahrrad als critical mass gegen den „Mietenwahnsinn“ zu demonstrieren. Da eine Gruppe Fahrradfahrer*innen ab 15 Personen als Verband gilt und damit die Straße benutzen darf, wurde diese Demo per Fahrrad veranstaltet, auch um das Motto „Gemeinsam gegen die Verdrängung“ gleich auf mehreren Ebenen zu transportieren.

Wieso "critical mass"?

Eine critical mass ist eine Fahrraddemo, bei der mehr als 15 Fahrräder die öffentlichen Straßen in der Stadt für sich in Beschlag nehmen. (Nach Straßenverkehrsordnung darf in Deutschland eine Gruppe Fahrradfahrer auf der Straße fahren, auf der gewöhnlich Autos Vorrang haben). Diese Demonstration, die am Samstag 6.4.2019 mit einer Kundgebung in Linden endete, hatte ihren Fokus jedoch auf die Gentrifizierung gerichtet, die Luftverschmutzung war hier mal nicht Haupthema.

Karte Linden
Ein spezifizierte Karte Lindens zeigt, wo der Mietwahnsinn schon regiert
Karte Linden
Ein spezifizierte Karte Lindens zeigt, wo der Mietwahnsinn schon regiert

Die Initiatoren nutzten den bundesweiten Aktionstag gegen Mietenwahn, um mit einer critical mass auf Fahrrädern markante Gentrifizierungspunkte in Hannover abzufahren. Von der Nordstadt radelten die Mitstreiter*innen über die Calenberger Neustadt bis zum Küchengarten in Hannover-Linden. Eine Karte, auf der mit Wollfäden und Pins alle kritischen Gentrifizieruns-Hotspots in Linden fixiert wurden, zeigte eindrucksvoll den Fortschritt der bereits erfolgten Verdrängung.

Kundgebung und Redebeiträge beim gemeinsamen Essen

"Die Stadt gehört uns allen! Wir wollen eine Stadt in der die Häuser fürs Wohnen und nicht für den Profit gebaut werden, Wohnraum darf keine Ware sein!" Bezahlbarer Wohnraum, Mitspracherecht beim sozialen Wohnungsbau wurde gefordert. Per Mikrofon und Lautsprecheranlage erzählte ein Sprecher von einigen aktuellen Fallbeispielen, wo Mieter aus ihren Wohnungen gedrängt wurden. Die Schnittmenge mit fridays for future war bei den Demonstrant*innen zwar recht klein, „bei fridays for future sind ja überwiegend nur sehr junge Leute,“ meinte Marcel von Bumke selber machen, „doch ein paar Leute von denen waren natürlich auch heute dabei." Am Küchengartenplatz endete die "Reise" mit Essen für alle, einer Kundgebung, Gesprächen und Austausch von Flyern, Terminen und Adressen.

Organisiert wurde die Tour von das KiezkollektivSolidarisches Mieter*innen Netzwerk; Nordstadt Solidarisch; Bumke Selber Machen und Interventionistische Linke Hannover. Die Aktion versteht sich auch als Teil des internationalen Aktionstags Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn.

Interessierten wird zu diesem Thema auch Bumke selber machen in der Nordstadt empfohlen. bumkeselbermachen@riseup.net, bumkeselbermachen.home.blog

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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