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fridays for future

Fridays for future / Kommentar

"Sorry, dass wir eine Zukunft wollen!"

Warum junge Menschen für das Klima ruhig die Schule schwänzen sollten.

  Claudia Ermel | 18.03.2019

"Wir gehen nicht zur Uni, zur Schule oder Ausbildung und ziehen stattdessen bunt, laut und vielfältig durch Hannover," war auf facebook vor dem weltweiten Klimastreik am vergangenen Freitag zu lesen.

Ausgerüstet mit selbstgemalten und -beschriebenen Pappschildern zogen nicht nur Schüler*innen am friday for future durch Hannovers Innenstadt. Auch Parents for future und viele andere Symphatisantinnen und Symphatisanten trotzten dem ungemütlichen Nieselregen. Allein in Hannover wurden 8000 Demonstrierende geschätzt, in ganz Niedersachsen 30.000. Dass weiterhin die Meinungen über die Legitimität dieser durch Greta Thunberg initiierten Aktionen gespalten sind, ist fast schon normal. Dass allerdings oft der Vorschlag kommt, die Schülerinnen und Schüler sollten doch bitte in ihrer Freizeit streiken, tut weh. Oder hat schon einmal jemand der Gewerkschaft Verdi vorgeschlagen, bitte Sonntags zu streiken? Oder streiken Zugführer und Fluglotsen gezielt zur „lauen“ Reisezeit?

Das Druckmittel der Demonstration funktioniert doch nur richtig, wenn die gewohnten Abläufe gestört werden. Klar, die Schülerinnen und Schüler schädigen ihre eigene Ausbildung durch die fridays for future-Demos. Doch die Argumentation, dass sie ihre Zukunft retten wollen, damit diese Ausbildung überhaupt Sinn macht, leuchtet ein, finde ich. Welches andere Mittel bleibt ihnen denn in einer Demokratie, wenn sie noch nicht einmal das Wahlalter erreicht haben? Dass sie sich jedenfalls auch tatsächlich mit der Thematik auseinandergesetzt haben, zeigen die vielen Sprüche und Bilder auf den selbst gemachten Pappschildern, die auf der Demo zu sehen waren. Hier nur ein paar Beispiele:

Es gibt keinen Planeten B

Wir wollen nicht enden wie die Dinos

Der Planet ist hotter als mein boyfriend

Kein Baum ist egal

Wär die Erde eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet

Wenn ihr so weitermacht, ist Gö bald eine Küstenstadt.

Wenn wir jetzt nicht handeln, gibt es keine Welt für die es sich zu lernen lohnt.

20.222 Wissenschaftler geben uns recht : Klimaschutz jetzt!

Sorry, dass wir eine Zukunft wollen!

Klimaschutz ist kein Verbrechen

Oma, was ist ein Schneemann?

Stoppt Fleischindustrie

Klimaschutz statt Kohleschmutz

The seas are rising and so are we

The climate is changing! Why aren’t you?

Wir gehen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum

Früher war der Fisch in der Verpackung. Heute ist die Verpackung im Fisch

Klima kaputt = wir kaputt

Die Dinos dachten auch, sie haben noch Zeit

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