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Sorur Sahebi2

Internationaler Frauentag

"Alles ist Politik, selbst Kleidung" (Sorur Sahebi)

Die ehemalige Aktivistin aus dem Iran zeigt zum internationalen Frauentag zusammen mit zwei weiteren Künstlerinnen bei kargah e. V. ihre Bilder zur Frauenperspektive.

  Claudia Ermel | 11.03.2019

Frauenrechte, Stärke der Frauen, Körperlichkeit und Sexualität, aber auch schmerzliche Erfahrungen wie Einsamkeit, Gewalt, Wahrnehmung / Projektionen von außen sind die Themen, die drei Künstlerinnen aus dem Nahen Osten verbinden. Nessrin Ibrahim Ahmo stammt aus Syrien, Zara Hoo und Sorur Sahebi kommen aus dem Iran. Bei der Vernissage von La Rosa am diesjährigen Internationalen Frauentag waren Nessrin Ibrahim Ahmo und Sorur Sahebi persönlich anwesend. Zara Hoo, die heute in London lebt, wurde durch ihre Schwester vertreten.

25 Jahre La Rosa

Gleichzeitig mit der Ausstellungseröffnung und dem traditionellen Frauenfest am 8. März wurde auch das 25jährige Jubiläum von La Rosa gefeiert. Seit 1994 gibt es nun La Rosa, die internationale Frauengruppe, die sich Dienstags (ca 1 x monatlich) im kargah-Café trifft. Zum internationalen Frauenkampftag am 8. März organisiert die Gruppe gemeinsam mit dem Hannoverschen Frauenbündnis jedes Jahr eine Veranstaltung mit Kunst, Begegnung, Austausch, Information und Unterhaltung.

Dieses Jahr wurde das Event mit Bildern von den drei oben erwähnten Künstlerinnen eingestimmt. Jede der Frauen setzt sich in ihren Bildern auf eine ganz persönliche Art mit ihrer Geschlechterrolle auseinander. Immer spielen eine oder mehrere Frauenfiguren eine Rolle in den Kunstwerken, metaphorische Darstellungen in Acryl und Aquarell, ausdrucksstarke Formen und Farben, aber auch fließende verwischte Übergänge erzählen Geschichten aus weiblicher Sicht.

Auch politischer Aktivismus schafft Kunst

Sorur, die als Aktivistin im Iran in der Zeit der Palavi-Dynastie/ Islamischen Regierung verhaftet wurde, war in Teheran Lehrerin, Poetin und Schauspielerin. Erst im Gefängnis wurde sie ebenfalls Malerin. Sie erzählte, dass sie versucht, Momentaufnahmen des Frauseins in seiner Vielfältigkeit auszudrücken. In ihren Bildern hat Sorur immer eine einzelne Frauenfigur im Fokus. Die Verbindung von Frausein und Körperlichkeit ist ihr wichtig. „Wenn eine Frau tanzt, das ist Freiheit,“ sagt sie.

Frauenkampf im Iran ist anders

Sorur lebt seit 1995 in Deutschland und gehört zu den Gründerinnen von La Rosa und dem Frauen Tribunal Hamayesch. „Im Iran kämpfen die Frauen auch bereits seit Jahrzehnten für ihre Rechte“, so Sorur, "doch gleichzeitig kämpfen sie zusammen mit den Männern für Freiheit.“ Sie erzählte, dass im Iran der Druck auf die Frauen in der Öffentlichkeit eher vom sozialen Umfeld ausgeübt wird, nicht unbedingt von der Regierung. Beispiele sind Hijab, Schleier, lange Röcke, im Dunkeln nicht rausgehen, nicht öffentlich tanzen oder singen. Der traditionell bedingte Druck, den die Gesellschaft auf eine Frau ausüben kann, sei sehr belastend für Frauen.

Sorur, Zarah und auch Nessrin drücken durch teils metaphorische Bilder ihre Visionen von Freiheit, aber auch Erfahrungen von Schmerz und Angst aus. Sie zeigen, wie Formen und Farben das Thema Frau immer neu beleben können, sie definieren und sie befreien die Frauen in ihren Bildern im ständig wechselnden Kontext. Aufmerksame Betrachterinnen entdecken immer wieder neue Details und Perspektiven. Und vielleicht erhalten sie auch neue Ideen und Denkanstöße.

Die Ausstellung ist (auch für Männer) bei kargah e. V. in Raum 6 neben dem Café zu besichtigen. Dienstags ab 16.00 Uhr ist das kargah-Café übrigens immer nur für Frauen geöffnet.

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Hannoversches Frauenbündnis:

DGB-Region Niedersachsen-Mitte, DGB-Bezirk Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt, Dritte Welt Forum in Hannover e.V. ,Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.V. Hannover, Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. , Frauen Tribunal e.V. (Hamayesch), Frauenzentrum Laatzen Friedensbüro Hannover, Internationaler Frauentreff La Rosa kargah e.V., Ada und Theodor Lessing Volkshochschule, Hannover Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, La Strada Anlauf- und Beratungsstelle für drogen-gebrauchende Mädchen und Frauen, Niedersächsisches Netzwerk Frauen mit Behinderung, Kulturzentrum Pavillon, PHOENIX Beratungsstelle für Prostituierte, Referat für Frauen und Gleichstellung der LHH, Rosa-Luxemburg- Stiftung Niedersachsen e.V., Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich- Böll-Stiftung Niedersachsen, Team Gleichstellung Region Hannover,ver.di Bezirk Hannover – Heide – Weser

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover