Welt-in-Hannover.de Welt-in-Hannover.de Welt-in-Hannover.de Welt-in-Hannover.de
Müllhaufen

Umweltkolumne

Nachhaltig entsorgen? Vielleicht morgen.

Unser geplanter Podcast zum Thema Müll misslang, weil uns die Vielfältigkeit des Themas praktisch erstickte.

  Claudia Ermel | 20.01.2019

Nun haben zum Glück die Profis sich der Thematik Recycling und Müll angenommen. Die neueste Ausgabe der Zeitschrift Spiegel bringt “auf den Punkt“, was zumindest umweltbewusst denkende Konsumenten in der deutschen Gesellschaft längst vermuten. In der ausführlichen Titelstory der Ausgabe 4/2019 erläutern die Autor*innen, wie gedankenlos wir mit unserem Verpackungsmüll umgehen. Wir. Das sind du und ich. Das ist unsere Wirtschaft, unsere Regierung, die EU, die ganze Welt.

Besser spät als nie, fällt mir dazu nur noch ein. Denn immerhin sammeln und trennen wir als brave Bürger akribisch unseren Haushaltsmüll bereits, seitdem hierzulande das Duale System eingeführt wurde, also seit 1990. Obwohl die Vermüllung der Ozeane widerum zeigt, dass die Einsicht ganz schön spät kommt. Wenn sie denn endlich kommt. Denn der recht ausführliche Artikel im Spiegel stellt klar, dass wir uns durch unsere „vorbildliche“ Mülltrennung ein wunderbar bequemes Leben geschaffen haben. Und dass unser akribisch gesammelter und sortierter Müll auf Umwegen doch noch im Meer landen kann.

Aber Rumänien, oder gar Malaysia oder China, die findige Unternehmer mit unserem Müll zuschütteten, sind ja sooooo weit weg. Sobald wir unseren gelben Sack befüllt haben, geben wir nur zu gerne die Verantwortung ab. Was schert es mich denn, ob nun meine ungereinigten Fischdosen gemeinsam mit meinen gärenden Yoghurtbechern auf der anderen Seite der Weltkugel vor sich hinstinken? Dass allerdings auf der ganze Erde ein kompliziertes Ökosystem besteht, dass auch meine Nahrung, mein Trinkwasser und die Atemluft mit mikroskopisch kleinen Plastikpartikeln anreichern kann, nimmt bisher anscheinend kaum jemand ernst.

Die Toxikologin Rosemarie Waring sagt dazu in einem weiteren Spiegel-Artikel in 4/2019: „Wir wissen immer noch viel zu wenig über mögliche Folgen der Mikroplastikaufnahme für die Gesundheit. Vorsorglich muss die Plastikmenge, die in die Umwelt gelangt, drastisch reduziert werden.“

Hallo? Hat das denn mal jemand den Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik klargemacht? Sicher, zurzeit passiert endlich einiges in der Recycling-Forschung. Da gibt es Enzyme, die in Verbindung mit Plastik zu 100% abbaubaren Behältnissen verwendet werden, Mikroben, die Plastik „fressen“, und es gibt ein Verfahren, das PET-Flaschen endlich in seine Bestandteile zerlegen kann. Doch aktuell wird weiter Tag für Tag Plastik produziert, nahezu ungebremst geht der industrielle Verpackungswahn weiter. In den Supermärkten werden noch immer in Plastik eingeschweißte Gurken und Bananen verkauft. Bis sie niemand mehr kauft oder bis es jemand verbietet.

Und wir? Wir befüllen weiter brav täglich unsere Gelben Säcke, obwohl die dann doch nur auf einer riesigen Mülldeponie in Malaysia landen und schließlich zur Vermüllung der Meere beitragen. Die Uhr tickt also längst. Wir stecken quasi bis zum Hals in unserem eigenen Müll.

Morgen gehe ich dann doch endlich einmal in den Lose Laden.

Unseren Comic zum Thema Müll findet ihr hier

Der Werkstatt-Workshop zum Upcycling von Getränkepackungen ist übrigens kostenlos.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover