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Aus dem Theaterstück

Theateraufführung

„Wir bringen Kindern bei, Kunst und Kultur in sich selbst zu finden.“

„Schneekönigin“ - ein Theaterstück in russischer Sprache – füllte die Reihen im Freizeitheim Linden. Ein Wintermärchen, auch sehenswert für Deutsche.

  Wolfgang Becker | 18.01.2019

Schneekönigin mit Gefolge im Publikum
Schneekönigin mit Gefolge im Publikum

Die Schneekönigin entführt einen schönen Tanzlehrer. Nun lebt er in ihrem Schneepalast und muss für sie einen prächtigen Winterball vorbereiten. In der Tanzschule aber warten seine Schüler*innen auf ihn. Sie bereiten sich auf einen Schulball vor und treten mit schauspielerischem und tänzerischem Können vor anderen Mitschülern auf. Die Kinder machen sich auf dem Weg zu der Schneekönigin, um ihren Lehrer aus dem Schneepalast zu holen - so der simple Plot des winterlich dekorierten Bühnenstückes. Wie sich die Geschichte von der eiskalten Schneekönigin und dem temperamentvollen Tanzlehrer - frei nach Hans Christian Andersen - weiter entwickelt, erfuhr man am Nachmittag des 12.01.2019 im Freizeitheim Linden.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom 2017 gegründeten russisch-deutschen Verein Globus e.V. mit Sitz in Hannover. Dessen Philosophie: „Wir bringen Kindern bei, Kunst und Kultur in sich selbst zu finden und zu verstehen, wir geben ihnen die richtigen Werkzeuge dafür. Durch dieses Verständnis ergibt sich die Möglichkeit, die eigene Berufung zu finden.“

Aus dem Theaterstück
Aus dem Theaterstück

Veranstaltungssprache ist durchweg russisch

„Kommen Sie einfach vorbei! Die Veranstaltungssprache ist Russisch“, so hatte die Veranstalterin, Svetlana Goncharova, vom hannoverschen Kultur- und Kreativzentrum Globus, eingeladen. Sie verkörperte in dem Stück die Hauptrolle der „Schneekönigin“ – russisch „Snezhnaya Koroleva“. Bei dem Projekt von Globus e.V. gehe es um ein theatralisiertes Konzert, in dem Kinder auf der Bühne auftreten und zeigen, was sie im Kurs "Schauspielkunst und Bühnenrede" gelernt haben: „Sie singen, tanzen, schauspielern, deklarieren Gedichte.“

Neben der Schneekönigin und dem jungen Tanzlehrer agierten vier große und fünf kleine Kinder auf der Bühne, immer wieder in winterlichen Kostümen oder als Fabelwesen verkleidet. Waldwesen und rothaarige Kobolde traten auf und bewegten sich teilweise auch nach Technorythmen. Oder mit Federboa nach der Musik von „Der rosarote Panther“ Das Bühnenbild: Ein winterlicher Eispalast mit weiß-geschmückten Tannenbäumen, Lichterketten und dem eisigen Thron der bösen Königin mit dem tiefgefrorenen Herzen.

Lerne, auf der Bühne des Lebens zu spielen

Das Konzert war eine Abschlussveranstaltung für das Projekt „Lerne auf der Bühne des Lebens zu spielen“, berichtet Goncharova: „Das Projekt wurde im Februar 2018 geschrieben und durch die Region Hannover gefördert.“ Außer „Schauspielkunst und Bühnenrede“ waren auch andere Module im Projekt dabei. Zum Beispiel die großen und anspruchsvollen Workshops, die das Thema des Theaters widerspiegeln. Hier hatten Kinder die Möglichkeit, die Technik Pappmaché kennenzulernen und Masken selbst zu kreieren, sowie Plakate und Poster selbst zu gestalten. „Zusammen mit anderen kreativen Köpfchen haben Kinder kreative Theaterplakate geschaffen,“ so Goncharova weiter. „Abschließend wurden ihre Werke vor der Gruppe präsentiert. Diese Workshops wurden in Kooperation mit dem Spielpark List durchgeführt.“

Svetlana Goncharova als Schneekönigin
Svetlana Goncharova
Svetlana Goncharova als Schneekönigin
Svetlana Goncharova

Regisseurin Goncharova hat eine fundierte Ausbildung

Die kreative und temperamentvolle Svetlana Goncharova stammt ursprünglich aus Russland und wohnt seit 16 Jahren in Deutschland. In Russland machte sie eine Ausbildung zur Chordirigentin, direkt danach absolvierte sie eine staatliche Hochschule für Kunst und Kultur mit dem Hauptfach Regie für Theateraufführungen. In Deutschland schließlich studierte sie angewandte Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg und schloss dort mit dem Magister Artium ab.

Laut Deutschlandradio leben sechs Millionen russisch-sprachige Menschen in unserem Land. Allein in Hannover sind fast ein Dutzend unterschiedlicher, russischer Vereine aktiv.

Aus dem Theaterstück
Aus dem Theaterstück

Russ*innen schaffen interkulturelle Begegnungen

Über achtzig Besucherinnen und Besucher hatte diese Theateraufführung. Durchweg Russ*innen, zumeist junge Mütter und Familien mit ihren Kindern. Die Darbietungen: Vom ersten bis zum letzten Wort auf russisch. „Die Sprache des Theaters wie auch die die Sprache der Musik ist international verständlich. Sie hat keine Grenzen und benötigt keine Übersetzung,“ sagt Regisseurin und Schauspielerin Goncharova dazu: „Die Idee war es, sich nicht auf die Sprache zu konzentrieren, sondern den Akzent auf die Vielfalt der Formen der theatralischen Kunst zu setzen und einige wie Pantomime, Theatertanz und Tierimitationen auf die Bühne zu bringen. Mit unserer Veranstaltung in der Form eines theatralisierten Konzertes wollten wir interkulturelle Begegnungen schaffen und uns ihnen öffnen.“ Für die deutschen Besucher*innen etwas gewöhnungsbedürftig, aber nicht uninteressant. Am Ende blieb ein: „Do svidaniya – auf Wiedersehen“,

Video über die Theateraufführung
Video über die Theateraufführung

Video und Fotos: Martin Tönnies

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