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Solidarity City

Vernetzung

Für ein positives Miteinander in der Stadt

Friederike von der Gruppe Solinet erklärte, warum die Ausstellung Yallah!? unsere Gesellschaft an etwas Wichtiges erinnert.

  Claudia Ermel | 15.01.2019

"Yallah", das heißt soviel wie "Los geht`s`" oder auch "Beeil Dich" und ist der Titel einer Wanderausstellung, die an den Sommer 2015 erinnern will. Die Ereignisse jenes Sommers, als sich tausende Flüchtlinge auf der Balkanroute auf den Weg machten, lösten in unserer Gesellschaft etwas aus, was niemand für möglich gehalten hätte. Willkommenskultur, Empathie und Hilfsbereitschaft waren in aller Munde. Eine solidarische Gesellschaft schien näher zusammen zu rücken, um den Geflüchteten Hilfe zu leisten.

Studierende von der Uni Göttingen trugen nun Bild-Text- und Filmmaterial zusammen, um die Menschen mit Yallah!? daran zu erinnern, wie tragisch und gleichzeitig großartig jener Sommer gewesen ist, wie tolerant und weltoffen die Menschen in Deutschland waren. Die Ausstellung zeigt den Sommer der Migration aus der Perspektive der Geflüchteten. Ihnen soll hier eine Stimme gegeben werden, Betroffene geben ihre Erfahrungen wieder und berichten, wie sie sich selbstorganisiert und Unterstützungsstrukturen aufgebaut haben.

Friederike, eine Aktivistin von Solinet Hannover, betonte, dass,während Yallah!? hier in Hannover in der Korn zu sehen ist, auch noch diverse interessante Veranstaltungen die Thematik aufgreifen: 17.1. ver.di-Höfe, 20.1. UJZ Korn 21.1. Spokusa, 23.01. Bildungsverein. Besonders empfiehlt sie das Erzählcafè am Sonntag, den 20.1., das als Abschlussveranstaltung von Yallah!? (bis 24.1.) zu verstehen ist.

Yallah!? auch in Hannover
Solinet Hannover hat gemeinsam mit anderen Organisationen dafür gesorgt, dass Yallah!? auch nach Hannover kommt und in der Korn gezeigt wird. Friederike engagiert sich seit 2017 bei Solinet, ein Netzwerk, von dem ihr eine Freundin erzählt hatte. Die Gruppe trifft sich zweimal im Monat im UJZ Kornstraße (die Korn), organisiert Demos oder andere Veranstaltungen, oder geht auch in Flüchtlingsheime, um sich mit Geflüchteten auszutauschen. Bereits früher, als sie noch in Osnabrück studierte, engagierte sich Friederike für das Thema Flucht, damals bei der Organisation NoLager. Zurzeit arbeitet sie bei kargah e.V. in der Flüchtlingsberatung und macht in ihrer Freizeit bei Solinet mit.

Eine Stadt für alle!
Die Idee bzw. Philosophie von Solinet leitet sich vom Network Solidary City ab. Eine Idee, die ursprünglich aus den USA stammt. Die Stadt soll allen Menschen gleichermaßen Zugang zu Versorgung und Teilhabe gewähren, unabhängig von Pass oder Status. Und da dies nur funktionieren kann, wenn alle auch ihre Bedürfnisse artikulieren können, will Solinet als Schnittstelle und Mittler agieren und helfen, die Unsichtbaren sichtbar zu machen. Vernetzung ist ein wichtiger Schritt, um Zugang zu möglichst vielen Menschen zu bekommen, solidarische Strukturen sollen für alle sichtbar und erlebbar werden.

Gewinnt rechter Populismus Oberhand?
Die aktuelle Situation kippt allerdings gerade. "Es gab wahnsinnig viele Initiativen," sagte Friederike, als sie über den Sommer 2015 erzählte, "und jetzt gewinnt gerade der rechte Populismus Oberhand. In der europäischen Seenotrettung werden derzeit immer mehr NGOs krimminalisiert und in Ungarn ist die Hilfe für Flüchtlinge strafbar." Ein Rechtsruck scheint durch Europa zu gehen, der auch in Deutschland zu spüren ist. (Siehe Text vom 10.11.2018 auf WiH).

Doch dieser beängstigenden Entwicklung will Solinet gemeinsam mit vielen anderen engagierten Organisationen unbeiirrt entgegen wirken. Jetzt erst recht sind Solinet und eine solidarische Gemeinschaft notwendig! "Für unsere Gesellschaft ist es wichtig, ein positives Miteinander im unmittelbaren Umfeld zu schaffen."

Am kommenden Sonntag beim Erzählcafè von Yallah!? zum Beispiel.

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Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover