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Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion „Repräsentanz und Gleichstellung“, mit der eine Veranstaltung zu 25 Jahre Mauerfall im Historischen Museum Hannover zu Ende ging, stand eigentlich die Frage, wie die Geschichte der Einwanderung stärker erkennbar gemacht werden kann. Darauf sollten Prof. Dr. Hartmut Griese, Dr. Tatiana Czepurnyi vom Netzwerk MiSO, der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Karamba Diaby aus Halle sowie Dr. Jan-Willem Huntebrinker vom Historischen Museum Hannover Antworten geben.

Dass Museen wichtige Orte der Identifikation mit der Gesellschaft sind und dass in unseren Museen bisher ein enges “deutsches” Geschichtsbild gezeigt wird, darüber waren sich auf dem Podium schnell alle einig. Zufrieden war damit keiner, nicht einmal der Vertreter des Museums selbst. Für Huntebrinker ist eine stärkere Repräsentanz der Einwanderung das „ureigenste Interesse“ des Museums. Denn Museen müssen einen “Raum bieten, in dem die Erzählungen aller Bevölkerungsgruppen eingebracht werden können.“ Er warb für eine engere Kooperation mit den Migrantenorganisationen und brachte als gutes Beispiel dafür die Ausstellung „Gastarbeit in Hannover“. Trotz eines geringen Budgets, so Huntebrinker, sei die Ausstellung ein großer Erfolg gewesen, da sie viele neue Gäste ins Museum gezogen habe.

Damit hatte er ein Thema angerissen, bei dem einigen Vertretern der MSOs der Kragen platzte. Kern der Kritik: Die Stadt nutzt die Kooperation mit den Migrantenorganisationen, um ihre interkulturellen Defizite auszugleichen, ohne dafür die nötigen Mittel bereitzustellen.

Einige Stimmen: Abayomi O. Bankole vom Afrikanischen Dachverband Nord: „Wir Migranten sind die Ideenlieferer und erhalten dafür lächerliche Beiträge. Die großen Mittel zur Umsetzung der Vorhaben gehen an andere. Damit muss endlich Schluss sein.“ Asghar Eslami von kargah: “Hannover gibt Hunderttausende von Euros für seinen Internetauftritt aus, dem es an Mehrsprachigkeit mangelt. Als kargah und FAUST ein mehrsprachiges Internetportal entwickelten und der Stadt vorstellten, war man dort begeistert. Aber Geld gäbe es dafür nicht, das müsse ehrenamtlich gestaltet werden.“

Enttäuscht auch über die Personalpolitik

Tief enttäuscht ist man auch von der Personalpolitik der Stadt. Auch sechs Jahre nach dem Integrationsplan ist der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund verschwindend gering. Eslami: “Von den 4800 Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes in Hannover haben nur 450 einen Migrationshintergrund. Die meisten von ihnen arbeiten als Putzkräfte, Hausmeister und in anderen niedrig qualifizierten Bereichen.”

Diese und ähnliche Äußerungen zeigen: Viele MSOs haben die Nase voll von einer Integrationspolitik, die die Arbeit von Migrantenorganisationen so lange wertschätzt wie sie kostenlos ist. Sie wollen endlich Taten sehen und ihren Anteil an den großen Fördertöpfen der Stadt haben für das, was sie für die Stadt leisten. Sie wollen eine Verwaltung, die nicht nur von Vielfalt und Interkulturalität redet, sondern auch in ihrer Zusammensetzung diese Vielfalt der Stadtgesellschaft widerspiegelt.

Unterstützung bekamen sie dabei von Dr. Karamba Diaby, MdB aus Halle, dem Schirmherrn der Veranstaltung. Der Kern der interkulturellen Öffnung der Verwaltung, so Diaby, sei eine andere Zusammensetzung auf allen Ebenen. Der Anteil der MigrantInnen im Öffentlichen Dienst sollte dem Anteil in der Bevölkerung entsprechen. Nur zur Erinnerung: Das wären in Hannover rund 27%.

„Notwendig ist eine Abkehr von der eindimensionalen Sicht auf die Geschichte, wir brauchen eine Vielfalt der Perspektiven, das wird nicht ohne Konflikte gehen“, hatte Prof. Dr. Hartmut Griese zu Beginn der Veranstaltung als zentrale Aufgabe umrissen. Nach dieser Diskussion ist klar, wo es in Hannover nach Jahren des Redens über Anerkennung und Teilhabe nun besonders konfliktträchtig zugehen dürfte: bei der Verteilung der Ressourcen und der Personalpolitik des Öffentlichen Dienstes.

Lesen Sie auf Welt-in-Hannover.de weitere Berichte über die Veranstaltung:
25 Jahre Mauerfall – Erzählcafé Frauen in Ost und West & Arbeit und Alltag
Frau Ha und der Mauerfall





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29.01.
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Nachbarschaftstreff Schützenhaus
Dorotheenstraße 9
30419 Hannover
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Der Nachbarschaftstreff ist auf Wunsch der freiwilligen Flüchtlingshelfer*innen des Stadtbezirks entstanden. Im Nachbarschaftstreff Schützenhaus werden die Angebote und Einsätze koordiniert." (Nachbarschaftskreis Herrenhausen-Stöcken)
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© Foto: Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte
22.01.
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