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An der Veranstaltung „25 Jahre Mauerfall – 25 Jahre geteilte Geschichte“ nahmen mehr als 60 Personen teil. Nach den Grußworten der Veranstalter und des Schirmherren Dr. Karamba Diaby (MdB) erfolgte ein Redebeitrag zum Thema „Erinnerung und Zugehörigkeit“. Konkret wurden dabei die „Perspektiven von Menschen mit Migrationshintergrund“ und die verschiedenen Sichtweisen in Ost und West angesprochen. Ein Nachdenken zur Erinnerungskultur sei gewünscht. In den sich anschließenden vier Erzählcafés wurden folgende Themen von acht ZeitzeugInnen konkretisiert: „Vietnam: geflohen-geworben-geeint“, „Frauen in Ost und West“,„Arbeit und Alltag“ und „Flucht und Exil“.

Erzählcafé "Frauen in Ost und West"
Erzählcafé "Frauen in Ost und West"

Im Erzählcafé „Frauen in Ost und West“, an dem über 27 Personen teilnahmen, wurden zwei Lebensgeschichten, von zwei Zeitzeuginnen erzählt: Eine Irakerin und eine Chilenin sprachen von ihren sehr unterschiedlichen Erinnerungen. Die Erstgenannte erlebte diesen Teil der Geschichte im Osten. Als Vertragsstudentin konnte sie nur von positiven Erfahrungen berichten: Sie nahm am Deutschunterricht teil, um studieren zu können. Es gehörte zur gesellschaftlichen Gleichberechtigung von Mann und Frau, dass es selbstverständlich war, dass jedes Kind einen Platz in der Kinderkrippe und dann im Kindergarten bekam. Man brauchte das Kind nicht schon vor der Geburt anzumelden. Es war wesentlich unkomplizierter als im Westen. Mit den Änderungen nach dem Mauerfall waren Frauen besonders konfrontiert: Eine Frau wurde zwar als ein Teil der Gesellschaft gesehen, nicht aber eine Migrantin. Die Chilenin lebte als Exilantin in der Bundesrepublik und war vor dem Mauerfall in der Frauenbewegung aktiv. Beide Erzählerinnen waren sich schnell einig, dass gegenwärtig definitiv mehr Freiheiten für Frauen in Ost und West vorhanden seien als vor 25 Jahren.

Erzählcafé "Arbeit und Alltag"
Erzählcafé "Arbeit und Alltag"

Im Erzählcafé „Arbeit und Alltag“ erzälten zwei ZeitzeugInnen ihre Geschichten. Der erste Erzähler war als Solidaritätsstudent aus Senegal in die DDR gekommen. Nach dem Mauerfall arbeitete er als Übersetzer und Sprachlehrer und besuchte einige Kurse, um im neuen System zu Recht zu kommen. Nach dem Fall der Mauer wurde er mit dem schwierigen Arbeitsmarkt konfrontiert. Vor allem zeigten die vielen Bewerbungen, dass es fast unmöglich war, einen Arbeitsplatz zu bekommen. In den Unternehmen herrschten Berührungsängste gegenüber MigrantInnen. Er hatte es als Akademiker und Migrant besonders schwer. Die zweite Erzählerin kam Ende der 70er Jahre aus Griechenland in die Bundesrepublik und hat den Fall der Mauer eher als ein Fest erlebt. Endlich konnte man ohne Schwierigkeiten nach Berlin fahren. Es sei wichtig, immer wieder im Alltag richtig zu informieren und aufzuklären. Die kulturelle Vielfalt sei als ein Teil der deutschen Geschichte zu betrachten. Beide Zeitzeugen erlebten die Westdeutschen als arrogant gegenüber den Ostdeutschen. Es war oft ein unfreundliches, ja sogar unangenehmes Verhalten zu spüren. Ausdrücke wie „Das sind die Ossis…das sind die Wessis“ waren an der Tagesordnung. Vieles im Alltag musste mit Distanz betrachtet werden. Im Gegensatz zum Studium waren die Behördengänge nicht immer einfach, oft wurde man dort unfreundlich aufgenommen.

Insgesamt waren sich die Veranstalter einig, dass es eine lehrreiche und unterhaltsame Veranstaltung war, die im kommenden Jahr in Sachsen-Anhalt fortgesetzt werden könne.

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07.03.
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Das Thema Abschied und Abschiebung beschäftigt Medien, Politik und Gesellschaft. Meist geht es darum, wer Anrecht auf Asyl haben und wer wieder in seine Heimat abgeschoben werden soll. Aber was bedeutet diese Diskussion eigentlich für die Menschen? Die Geflüchteten? Die ehrenamtlichen Unterstützer? Im ersten Teil dieses Abends geht es um Protestformen gegen Abschiebeurteile. Welche verschiedenen Formen gibt es, Widerstand zu leisten und wie erfolgreich sind sie? Dr. Helen Schwenken trägt vor.
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© Foto: kargah
08.03.
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05.03.
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Wann werden Stimmen von Schwarzen Frauen und "Frauen of Color" überhaupt gehört? Welche Feminismen werden zur Kenntnis genommen in Deutschland? Welche Vorteile bringt es mit sich, selbstverständlich als weiß und deutsch angesehen zu werden? Der Vortrag bietet Anknüpfungspunkte für weitere eigene Auseinandersetzungen. - Was kann Kritisches Weiß-sein konkret bedeuten – im privaten Umfeld, im Beruf, in politischen und aktivistischen Zusammenhängen?
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