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Graffiti Verschandelung

Graffiti zerstört Kunstwerk

Künstlersche Freiheit auf Kosten der Kunst?

  Claudia Ermel | 26.12.2018

Der Weltspielplatz in Hannover-Linden wurde federführend durch kargah e.V. mit einigen Künstlern kreativ gestaltet. Nun haben Graffiti-Crews einfach einen großen "Tag" über ein Wandbild geschmiert.

Eigentlich gab es ja mal so etwas wie Sprayer-Ehre. Künstler zerstören nicht die Werke von Künstlern, erst recht nicht im öffentlichen Raum. Eigentlich. Es gilt sogar als grobe Beleidigung, wenn durch die eigene Kreation das Werk eines andern übertüncht wird, wie im Netz zu erfahren ist. Sollten wir das jetzt so verstehen? Wollte da jemand speziell den Weltspielplatz beleidigen? Oder waren hier einfach nur Dumpfbacken am Werk, die eine Stelle für ihre "Duftmarke" suchten, eine Stelle, die viele sehen? Immerhin haben Fahrgäste der Straßenbahn Linie 9 dort einen Ausblick auf das nun verschandelte Wandbild. Dabei gibt es doch auf dem gar nicht so weit entfernten Conti-Gelände massenhaft Übungsfläche für Sprayer. Hier scheinen sich fatalerweise zwei gleichermaßen unerfahrene Crews zusammengetan zu haben, die ohne jeglichen Klettereinsatz auf Straßenniveau pfuschten. Noch nicht einmal dreidimensional gestalteten sie ihr Werk. Können sie es (noch) nicht besser? Übungsflächen gibt es jedenfalls immernoch reichlich in Hannover. Die LindenLimmerZeitung hat gerade ein Video über die weiläufigen Wandflächen auf dem ehemaligen Conti-Gelände veröffentlicht. Für die "hohe Kunst der Graffiti" sollten die Täter vom Weltspielplatz jedenfalls noch etwas üben.

Dabei haben kargah e.V. und einige befreundete Organisationen in der Vergangenheit bereits zahlreiche Workshops mit Graffiti-Künstlern organisiert. Wir sind im Bilde, 2 Sides Of A Wall, oder auch Aktionen von IIK e.V. , dem Kulturzentrum Faust oder anderen. Und wenn Euch (die Crews) die SoKo Graffiti doch mal erwischt: Genau jene gemeinnützigen Organisationen, die ihr hier geschädigt habt, bieten in Zusammenarbeit mit der Stadt Hannover Stellen für gemeinnützige Arbeit an, damit Ihr Eure hohen Geldstrafen abarbeiten könnt. Da wird es kaum helfen, dass Hannover zu den Hochburgen der Graffitiszene zählt. Und auch durch die vermeintliche Beförderung zur Kulturhauptstadt wird Sachbeschädigung in Hannover nicht straffrei bleiben. Warum also nicht gleich lieber Anerkennung durch kreative Graffitis suchen als Beachtung durch Vandalismus?

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover