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Projektstart: „Move it“

Jetzt bewegt sich was

Im Projekt "Move it – Du bewegst" können junge Menschen erkunden, welche Möglichkeiten durch ehrenamtliches Engagement ihnen in einer freien Demokratie offen stehen – und wie sie sie nutzen.

  Konrad Boidol | 09.11.2018

Die Jugendlichen erfahren im Projekt "Move it – Du bewegst", welche Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements ihnen offen stehen und haben die Gelegenheit, diese auch selbst auszuprobieren. Dazu sind für das Projekt Workshops mit zahlreichen Aktivitäten geplant, deren Ergebnisse an einem großen Projekttag präsentiert werden. Eingeladen sind alle jungen Interessierten ab 16 Jahren bis Anfang 30 aus der Stadt und Region Hannover.

Gemeinsames Engagement

Umgesetzt wird das über drei Jahre laufende Projekt von der Initiative für Internationalen Kulturaustausch Hannover e.V. (IIK). Die Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung. Besonders ist: „Move it“ richtet sich genauso an jugendliche Geflüchtete und Migrant*innen wie an junge Menschen ohne Migrationshintergrund. „Es ist wichtig, dass sich die Jugendlichen kennenlernen, in Austausch miteinander treten und dauerhafte Kontakte und Freundschaften aufbauen“, sagt Lipi Mahjabin Ahmed, Leiterin der IIK Hannover und Koordinatorin des Projektes. Bisher gibt es kaum oder nur wenige Angebote, die das Engagement von Geflüchteten, Migrant*innen und Deutschen gemeinsam fördern wollen. Diese Lücke soll geschlossen werden.

Politische Institutionen erkunden

Das Projekt „Move it“ besteht aus mehreren Bausteinen, die jeweils eigene Themen behandeln und welche die Jugendlichen aktiv mitgestalten. So wird im Bereich „Demokratie und Gleichstellung“ geklärt, was unter demokratischen Werten zu verstehen ist. Auch geht es darum, welche Möglichkeiten jede Bürgerin und jeder Bürger in Deutschland haben, politisch Einfluss zu nehmen. Die Teilnehmenden lernen politische Institutionen wie Parlamente und Stadträte ebenso kennen wie Initiativen und Verbände und bekommen die Möglichkeit, diese Institutionen zu besuchen. Ein weiteres Thema wird ebenfalls intensiv behandelt: Die Gleichstellung der Geschlechter in Deutschland. „Viele Geflüchtete kennen sich mit den Frauen- und Kinderrechten sowie der Freiheit der sexuellen Orientierung noch nicht so gut aus – deshalb ist das ein besonders wichtiges Thema“, erklärt Projektleiterin Ahmed. Daher sollen auch Organisationen und Institutionen, die sich in diesen Bereichen einsetzen, besucht werden – beispielsweise Gleichstellungsbüros oder Frauen- und Männer-Gruppen.

Medien kompetent nutzen lernen

Im Bereich Medienkompetenz und Meinungsfreiheit erschließen die Teilnehmer*innen praxisorientiert die Möglichkeiten, mit Hilfe verschiedener Medienformen gezielt gesellschaftlichen Einfluss zu nehmen. Dabei geht es beispielsweise um die einzelnen Medienformen wie Fernsehen, Zeitungen, Radio, Blogs oder Soziale Medien. Außerdem lernen die Jugendlichen, wie sie Medien aktiv nutzen können, um gesellschaftlichen Wandel – zum Beispiel durch das Aufzeigen von Missständen – zu bewirken. Was unter Meinungsfreiheit zu verstehen ist und welche Grenzen dieses Recht hat, wird ebenfalls geklärt.

Stärken erkennen und leben

Neben den Möglichkeiten, die die Gesellschaft ihnen bietet, sollen die Jugendlichen im Bereich „Selbstkompetenz“ entdecken, welche Stärken sie haben. Gerade Geflüchtete aus Krisenländern hatten oft nie die Möglichkeit, ihre eigenen Interessen und Leidenschaften zu fördern und aktiv einzusetzen. Mit einem fundierten Verfahren, der sogenannten Potentialanalyse, können die Teilnehmer*innen ihre Fähigkeiten kennenlernen, erforschen und aktiv einsetzen lernen – darunter auch kreative oder sportliche Talente. Demnach stehen auch gemeinsame Aktivitäten wie gemeinsames Kochen und Musizieren auf dem Programm.

Alle Möglichkeiten stehen offen

Zu jedem dieser Themen wird es einen eigenen Workshop geben, der von qualifizierten Leiter*innen begleitet wird. Neben Diskussionen, Exkursionen und gemeinsamen Aktionen werden die Ergebnisse außerdem praktisch und kreativ verarbeitet. Die Teilnehmenden können dabei selbst entscheiden, wie sie Ihre neuen Erkenntnisse präsentieren wollen – ob als Filmclip, Plakat, Fotoserie, Internetpräsentation oder in einer anderen Form – ihnen stehen nahezu alle Möglichkeiten offen. Die 14-täglich stattfindenden Workshops starten in einem Jahreszyklus neu.

Laut Projektleiterin Ahmed ist das Ziel von Move it, den jungen Menschen zu mehr Selbständigkeit zu verhelfen: „Ich wünsche mir, dass sie unsere demokratische Gesellschaft richtig kennenlernen und verstehen und ihre Rechte beanspruchen“, erklärt sie. Außerdem ist es ein Anliegen der Projektverantwortlichen, dass die Teilnehmer*innen weiterhin aktiv bleiben und sich bürgerschaftlich engagieren.

Jede*r, die/der Lust hat, mitzumachen, kann an einem der folgenden Termine jeweils um 18 Uhr vorbeikommen: 13., 20. und 28. November 2018 sowie am 3., 10. und 17. Dezember 2018. Der Treffpunkt ist die Warenannahme (Kulturzentrum Faust, Zur Bettfedernfabrik 3). Im Januar geht es dann weiter in den einzelnen Workshops.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover