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Tänzerin Migrationskonferenz

Migrationskonferenz 2018 - Ich war auch dabei!

Suna, die gerade ein dreimonatiges Praktikum bei Welt-in-Hannover.de macht, schildert ihre Eindrücke.

  Suna Meier-Berndt | 22.10.2018

Hallo, ich bin Suna. Ich mache momentan ein Praktikum bei Welt-in-Hannover.de, schreibe kleine Texte für die auf der Seite vorgestellten Kulturangebote und so weiter und so fort, und genau deswegen war ich auch bei der Migrationskonferenz 2018 dabei.

Als wir im Neuen Rathaus ankamen, sollten wir uns und die Organisation, von welcher wir kommen, wenn wir denn von einer kommen, in eine Liste eintragen. Für die Statistik. Dann ging es ab in den Mosaiksaal. Der Raum ist hoch, groß auch, aber kleiner als die Sporthalle einer Schule. Und voller Mosaike. Es stehen Stühle bereit und die meisten sind bereits besetzt, doch ich finde einen Platz und warte.

Als der Mosaiksaal voll war, und es sollen wohl über hundert Leute dort hineinpassen, begann die Konferenz mit einer indischen Tanzvorstellung. Nichts, was ich nicht schon hunderte Male im Fernsehen gesehen habe, wenn meine Mutter abends ihre Bollywood Filme guckt, aber trotzdem sehr schön. Und dann passiert das, was auch auf jeder Veranstaltung passiert. Es werden Reden gehalten. In Ordnung, „Begrüßungen“, jedoch immer noch Reden.

Die MiSO und Vertreter der Stadt Hannover, und wahrscheinlich auch Deutschlands, begrüßen die Anwesenden, sind alle sehr erfreut, da zu sein. Die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Frau Schröder-Köpf, die eigentlich hätte da sein sollen, konnte nicht kommen und wird vertreten, doch der Mann ist nett und spricht mit Begeisterung, also ist es kein Verlust, zumindest nicht für mich. Er redet davon, dass die Migrationskonferenz nun zu Hannover dazu gehört, da sie bereits das dritte Mal stattfindet. Weil Weil das mal gesagt hat, unser ehemaliger Bürgermeister und jetzt Ministerpräsident von Niedersachsen. Und dann wird eine Unterschriftensammlung an die Stadt gereicht, die man eigentlich noch einmal im Raum hätte rumgeben können, um mehr Unterschriften zu bekommen. Es geht um Forderungen an die Stadt, natürlich im Zusammenhang mit der MiSO.

Meine lieben Kollegen Martin Tönnies und M. Puya Eslami waren auch dabei, haben den indischen Tanz gefilmt und einige schöne Fotos gemacht:

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Schließlich kommt der erste Vortrag an die Reihe. Ich bereite mich bereits darauf vor, ein Buch aufzuschlagen und zu lesen. Vorträge sind nichts für mich. Doch Mark Terkessidis ändert schnell meine Meinung. Er ist Autor, Journalist und Migrationsforscher, und mit diesen Worten stellt er sich auch vor. Sein Vortrag ist lustig und mitreißend. Nichts im Vergleich zu dem, was Politiker und Professoren – wenn man Trump auslässt – sonst so machen. Es geht darum, dass seiner Meinung nach die Migration bereits durchgeführt ist. Dass es um die Integration geht und vor allem um die Feindseeligkeit, die ihr viele entgegenbringen. Er redet schnell und fuchtelt mit den Händen und kommt von einem Punkt zum nächsten, als könnte ihn nichts aufhalten. Es ist wie wenn man denkt. Nur die Zeit hält ihn am Ende auf, und der Moderator, ebenfalls ein Journalist. Doch über seine Worte denke ich später noch nach. Er sagt, Migranten sollten nicht „mitentscheiden dürfen“, sondern „entscheiden“. Ich finde, eigentlich entscheiden wir alle mit und entscheiden nicht einfach nur, denn wenn ich nur entscheiden würde, kommt es mir zumindest vom Ausdruck so vor, als würde ich alleine über alles entscheiden. Aber ich denke, im Grunde meint er dasselbe wie ich, findet nur das Wort „entscheiden“ passender, weil es mehr so klingt, als hätte man selbst die Entscheidung getroffen, als bei dem Wort „mitentscheiden“. Und dann kommt Terkessidis zur Integration und sagt, die Menschen regen sich sowieso über alles mögliche auf. Womit er Recht hat. Da kann es die Frau sein, "die einen SUV fährt, perfekt deutsch spricht und Abitur hat, aber ein Kopftuch trägt". Oder die „Verschwulung der Gesellschaft, denn früher gab es noch gar keine Homosexuellen, die wollen alle nur besonders sein“. Kennt man ja. Diskriminierung ist was tolles! Das muss man mal erlebt haben, sonst macht das Leben doch keinen Spaß!

Nach einer Fragerunde, mit äußerst wenigen Fragen, dafür aber langgefassten Antworten, war es auch schon 16:20 Uhr und die erste Pause begann. Doch, ja, es klingt alles sehr nach Schule. Ich selbst musste leider gehen, doch die übrigen Anwesenden konnten sich auf einen weiteren Vortrag und einige Workshops freuen und am Ende sollte es auch noch Kuchen geben. Eigentlich schade, dass ich den verpasst habe.


Hier finden Sie einen Bericht von H1 - Fernsehen aus Hannover über die Migrationskonferenz.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover