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Willkommensalltag in Hannover

"Ich muss mal!" Hannovers wahre Willkommens-App

Ein Service der Stadt Hannover, den gerade Frauen aller Kulturen sehr begrüßen dürften, verspricht mehr Bewegungfreiheit in unserer Stadt und heißt WC-Finder.

  Claudia Ermel | 08.07.2017

In meinem wechselvollen Leben habe ich schon viele leidvolle Erfahrungen mit dem zwingenden Bedürfnis „zu pinkeln“ gemacht. Sei es die Not, überhaupt einen Ort zu finden, der genügend Sichtschutz bietet, so dass frau sich getrost ihrem Harndrang hingeben kann, oder dass ich mich in einem stinkenden, dreckigen Kabuff wiederfand, das mir das Wort „Krankheitserreger“ förmlich entgegen schrie. - Oder aber: die Aussicht auf Erlösung wurde mir derart kostenintensiv angeboten – zum Beispiel auf Bahnhöfen oder auf Autobahnraststätten-, dass ich ernsthaft überlegte, ob ich die Ausgabe in der nächsten Steuererklärung geltend machen könnte. Längst hatte ich resigniert und zwecks unvorhergesehenem Harndrang eine Hosentasche immer mit einigen Münzen für den Toilettengang befüllt.

Bis gestern. Bereits mit einer 50-Cent-Münze bewaffnet, stand ich vor der Tür eines kleinen Häuschens in Hannover-Linden, zu dessen Türen für Herren und für Damen je eine kleine behindertengerechte Rampe führte. Den Einwurfschlitz für meine Münze gab es einfach nicht mehr! „Benutzung kostenfrei“ stand auf einem Schild am Eingang. Also öffnete ich verwundert die Tür, trat in den recht sauber aussehenden Vorraum und bekam in der Toilettenkabine große Augen: „Sogar Klopapier!“ bemerkte ich anerkennend. Nach dem Besuch des WC konnte ich nicht aufhören zu staunen. Der Wasserhahn, Seifenspender und auch Fön zum Händetrocknen funktionierten tadellos. Geradezu begeistert verließ ich das stille Örtchen.

Nach einer kurzen Recherche danach erfuhr ich, dass sich das Stadtentwässerungsamt von Hannover „still und leise“ seit Mitte letzten Jahres mit dem Grundbedürfnis des Urinierens, auch „Wasser lassen“ genannt, beschäftigt. Was vielleicht entfernt mit der Bezeichnung Stadtentwässerungsamt zusammenhängt. Die kostenfreien WCs sind unterdessen nicht nur über das gesamte Innenstadtgebiet verteilt, sie werden auch regelmäßig kontrolliert und gereinigt. 50 öffentliche Toilettenanlagen betreibt die Stadt derzeit im Innenstadtbereich. Und mit einer App mit dem Namen WC Finder findet man und frau per GPS den eigenen Standort und kann sich die nächstgelegene Toilette auf einem Stadtplan anzeigen lassen, mit Angabe der Weglänge, Weg-Dauer und der eingezeichneten Strecke dorthin. Auch Symbole für Kriterien wie "Baby-Wickeltisch" und "behindertengerecht" werden bei der Suche angezeigt.

Was für eine großartige Botschaft an die BesucherInnen einer Stadt, aber auch an ihre BürgerInnen, dass frau/man sich um ihre grundlegenden Bedürfnisse sorgt. Für mich jedenfalls ist diese die wahrhaftige Willkommens-App.

Infos dazu und Download der App auf www.hannover.de

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