Welt-in-Hannover.de Welt-in-Hannover.de Welt-in-Hannover.de Welt-in-Hannover.de
BesucherInnen des dritten Sommerfestes des Wohnheims Steigertahlstraße

Sommerfest im Wohnheim

Integrationsarbeit kann reibungslos laufen

Das Wohnheim für Geflüchtete an der Steigertahlstraße in Linden-Nord feierte am 8. September 2018 sein drittes Sommerfest.

  Jürgen Castendyk | 17.09.2018

Direkt an der Leine gelegen, strahlt die Wohnanlage „Farbigkeit, Optimismus und Zuversicht aus“.

Das befand die Jury des Vorarlberger Holzbaupreises und zeichnete das Wohnheim 2017 mit einem Preis aus. Obgleich aus seriellen Holzmodulen gebaut, wirken die drei doppelstöckigen Wohnhäuser und der gegenüber liegende Gemeinschafts- und Verwaltungsbau nicht „billig“, sondern durch das Holz und die farbigen Elemente erfrischend und einladend. Das sah die Jury auch so. In den Wohngebäuden sind die Zimmer der 85 Geflüchteten zu Wohneinheiten von jeweils drei oder fünf Zimmern zusammengefasst. Dazu gehören ein eigenes Bad und als zentraler Raum die Wohnküche. Alle Bewohner sind junge Männer, viele stammen aus Afghanistan.

Die Integrationsarbeit läuft reibungslos – Polizei wird nicht gebraucht.

Der Autor sprach mit dem Regionalleiter Werner Marks von European Homecare. Es ist das kommerziell arbeitende Unternehmen aus den Niederlanden, das im Auftrage der Landeshauptstadt in Hannover und der Region 15 Einrichtungen und Wohnheime betreibt. Die Firma beschäftigt in Hannover ca. 100 Mitarbeiter*innen, meist Sozialpädagog*innen. Da in Deutschland kaum noch Fachkräfte zu gewinnen sind, kommen viele aus mittel- und osteuropäischen Ländern. Auch im Wohnheim Steigertahlstraße kommen die Leiterin, Olga Issak, aus der Ukraine und eine Sozialarbeiterin aus Polen. Beide haben in Deutschland studiert. Auf meine Frage antwortet Marks eindeutig. „In den von uns betreuten Einrichtungen läuft die Integrationsarbeit prinzipiell reibungslos.“ Es gäbe nur kleinere Reibereien zwischen den Geflüchteten. Das sei bei den unterschiedlichen Herkunftländern mit unterschiedlichen religiösen- und kulturellen Traditionen nicht selbstverständlich. Marks lobte dabei die Landeshauptstadt. Die Einrichtungen seien auf alle Stadtteile verteilt und somit eine ethnische Gettobildung verhindert worden. Das wirke sich positiv auf die Akzeptanz der Einheimischen aus. Es gäbe praktisch keine Übergriffe.

Die Hilfsbereitschaft der Einheimischen hält an. Man schmeckte es.

Nicht nur der Regionalleiter, sondern auch der Nachbarschaftskreis (NK) Linden-Nord, der auch den Flüchtlingen in der Steigertahlstraße hilft, erkennt keinen Rückgang bei der Hilfsbereitschaft. Seit seiner Gründung im November 2015 ist der NK von rund 30 auf über 150 potentielle Unterstützer*innen angewachsen. In vier Arbeitsgruppen (AK) wird gearbeitet. Der AK Kultur beschäftigt sich mit stadtteilbezogenen Aktivitäten, Rundgängen und Hilfestellungen im Alltag. Hilfen bei der Sichtung und Organisation von Dokumenten und Unterlagen der Geflüchteten gehört zu den Aufgaben der AG Ordner. Auf dem Sommerfest war die Mithilfe des NK zu sehen, zu schmecken und zu hören. Die Unterstützer*innen hatten Kuchen gebacken, einen Grill für Bratwürste und Fleischspieße aufgestellt und eine kurdische Musikgruppe eingeladen. Der örtliche Supermarkt von REWE spendete großzügig Speisen und Getränke.

Auch Mitglieder der evangelischen Bethlememkirche waren für das Gelingen des Festes tatkräftig beteiligt. Sie hatten Spenden angeworben und sorgten für die Logistik. Im Rahmen der täglichen Gemeinwesendiakonie begleiten Ehrenamtliche die Flüchtlinge bei Behörden- und Arztbesuchen. Als Vorbereitung werden in einem Ordnerprojekt notwendige Dokumente geordnet und zusammengestellt. Dies geschieht in deutscher und arabischer Sprache.

Mit vergnügten Gesichtern stellten um 18:00 Uhr Geflüchtete und die Unterstützer*innen gemeinsam Tische und Bänke zusammen, räumten die Küche auf und waren sichtlich zufrieden.

Infos: Wer gerne im Nachbarschaftskreis Linden-Nord ehrenamtlich mitarbeiten möchte, kann sich über folgende E-Mail-Adresse anmelden: uksteigertahl@gmx.de. Die Bethlehemkirche ist bei gleichem Anliegen über buero@kirche-in-linden-nord.de zu erreichen.

p1100902.jpg p1100902.jpg p1100902.jpg p1100902.jpg p1100902.jpg

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover