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LQW-Testierung für kargah e. V._Gruppenbild

Zertifizierung

Qualitätstestierung für den Bildungsbereich von kargah e. V.

Erste Migrantenselbstorganisation in Niedersachsen lässt ihr Qualitätsmanagement im Bildungsbereich testieren!

  Laura Heda | 11.09.2018

Am 06. September 2018 lud kargah e. V., Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit in Hannover-Linden, zu einem Pressegespräch ein.

Anlass war die frisch erworbene Testierung als Bildungseinrichtung mit dem Qualitätsmanagementsystem LQW. Die Lernorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung ist das am weitesten verbreitete Qualitätsmanagementsystem der Aus-, Fort- und Weiterbildung in Deutschland. Sie bescheinigt Organisationen einen hohen Standard bei der Gestaltung von Bildungsangeboten. Dabei sind bedarfsorientierte Kurse, Nachhaltigkeit oder eine gute Lernatmosphäre nur einige der zahlreichen Anforderungen, welche kargah e.V. erfüllt.

Die 20-monatige intensive Entwicklungsarbeit der LQW-Gruppe von kargah, bestehend aus Dr. Peyman Javaher-Haghighi, Elvira Koop, Ferdos Mirabadi, Pavel Ramme (seit Februar), Viktoriya Schabli, Monika Singh und Aresu Tawafi-Poerschke, zahlte sich aus. Alle MitarbeiterInnen der Gruppe sind hauptamtlich im Bildungsbereich des kargah e. V. tätig.

„Nach unseren Recherchen“, so Dr. Peyman Javaher-Haghighi von kargah, „sind wir die erste Migrantenselbstorganisation in Niedersachsen, die diesen Schritt gewagt und erfolgreich abgeschlossen hat.“ 1984, als er hierher kam, sei es noch ein Traum gewesen, dass eine Migrantenselbstorganisation hochqualifizierte Bildungsangebote machen könne, fügte er hinzu. „Durch die vielen intensiven Diskussionen, die gemeinsame Reflexion unserer Arbeit und den inhaltlichen Austausch sind wir als Bildungsteam von kargah noch stärker zusammengewachsen“, kommentierte Aresu Tawafi-Poerschke den Gesamtprozess und betonte „uns war es von Anfang an wichtig, den Prozess als Team zu durchlaufen und uns gemeinsame Ziele zu setzen“.

Akzente und Impulse in der Bildungslandschaft setzen

Für den Verein, der sich durch seine bedarfsorientierten Angebote für Migrant*innen und Geflüchtete auszeichnet, ist dies ein enormer Schritt. kargah hat mit der Testierung nun die Möglichkeit, sich erfolgreich auf Projekte zu bewerben, welche hohe Anforderungsschwellen aufweisen. Dadurch tritt der Bildungsträger noch stärker an die Öffentlichkeit und dient anderen Migrantenselbstorganisationen als Vorbild und Motivator. Die Frage, ob es nun in Richtung Anerkennung als Bildungsträger nach dem Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz weitergehe, beantwortete Dr. Javaher-Haghighi: „Einrichtungen wie wir sind strukturell benachteiligt, da die Hürden für eine Anerkennung sehr hoch sind. Die entscheidenden Kriterien richten sich in erster Linie an Quantität statt an inhaltlicher Qualität aus.“ Da kargah jedoch gleichzeitig als interkultureller Verein und als Bildungseinrichtung tätig sei, habe der Verein das Potential entwickelt, Akzente und Impulse für die Bildungsarbeit mit erwachsenen Migrant*innen und Geflüchteten zu setzen.

Strategische Ziele gestalten den Weg in die Zukunft

„Das war nochmal ein spannender Prozess“ kommentiert der Gutachter der conflex Qualitätstestierung, Erich Fülling, den Verlauf des vierstündigen Abschlussworkshops, bei dem die strategischen Ziele des Bildungsbereichs von kargah für die nächsten vier Jahre festgelegt wurden. „Die Ziele entstehen aus dem Prozess heraus und werden von dem Verein festgelegt“, beantwortet er die Frage eines Journalisten.

Zwei Ziele wurden in dem Zusammenhang genannt: Das Thema „Rassismusprävention“ werde in die Bildungsangebote aufgenommen, führte Aresu Tawafi-Poerschke als Beispiel an. Zum zweiten Ziel, „Bildungsberatung“, erklärte Elvira Koop, langjährigste Mitarbeiterin des Bildungsteams von kargah, wie wichtig eine gute Erstberatung sei. „Viele unserer Teilnehmer*innen, ob hochqualifiziert oder ohne schulische Bildung, kommen orientierungslos und mit falschen Vorstellungen zu uns – da heißt es dann, sich Zeit nehmen und mögliche Wege aufzeigen.“

Erich Fülling übergibt die Kachel an Dr. Peyman Javaher-Haghighi
Erich Fülling übergibt die Kachel an Dr. Peyman Javaher-Haghighi
Erich Fülling übergibt die Kachel an Dr. Peyman Javaher-Haghighi
Erich Fülling übergibt die Kachel an Dr. Peyman Javaher-Haghighi

Erich Fülling gratulierte kargah zu dem Resultat der erfolgreichen und intensiven Arbeit und übergab den Mitarbeiter*innen als Zeichen der Anerkennung eine hochwertige Kachel (siehe Foto), die von dem hannoverschen Künstler Guido Kratz gestaltet worden ist. Jeder Träger der LQW-Testierung wird somit Teil einer künstlerischen Landkarte (siehe Foto).

Das Titelbild zeigt (v. l. n. r.): Erich Fülling; (obere Reihe) Ferdos Mirabadi, Aresu Tawafi-Poerschke, Monika Singh; (untere Reihe) Dr. Peyman Javaher-Haghighi, Elvira Koop, Pavel Ramme.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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